Kitzbühel. (art) Die Mischung wird gewöhnungsbedürftig sein, so rein aus olfaktorischer Sicht. Der Geruch von Weißwürstl und Taurin-durchsetztem Zuckerlwasser wird in den kommenden Tagen über Kitzbühel wehen; es ist ein Anflug von Bodenständigkeit gemischt mit dem Hauch großer Sportwelt - ganz genau so, wie sich Red Bull ebendiese vorstellt. Im Fall des Red Bull Salute, jenes Einladungsturniers, mit dem die Cracks offiziell die Saison einläuten, hat dies sogar irgendwie Symbolcharakter. Denn mit Eishockey hatte alles begonnen, damals Ende der Achtzigerjahre, als Dietrich Mateschitz noch als Jungunternehmer durchging, Red Bull weltweit ein recht unbeschriebenes Unternehmen und Eishockey quasi eine Herzensangelegenheit des heute höchst erfolgreichen, aber nicht unumstrittenen Geschäftsmannes aus der Steiermark war.

Heute ist Red Bull mit Umsätzen von 5,5 Milliarden Euro und rund 550 Millionen Gewinn jährlich Weltmarktführer bei Energy Drinks, die weltweit erfolgreichste heimische Marke und als Sportsponsor eine große Nummer. Mittlerweile hat man sein Portfolio vom reinen Fun- und Extremsport längst auf Mainstream-Sportarten ausgeweitet, ist im Fußball und in der Formel 1 etabliert. Die erste Mannschaftssportart, die man alimentiert hat, war aber Eishockey. Mit dem Red Bull Salute in Kitzbühel, das es seit 2005 in unterschiedlichen Formaten, unter anderen Namen und nun erstmals seit damals wieder in Österreich gibt, pflegt man so gewissermaßen auch die Wurzeln; Red Bull tritt als Veranstalter auf und mit zwei Mannschaften an. Im Halbfinale am Freitag bekommt es Salzburg mit Malmö (16 Uhr) und München mit HIFK Helsinki (20 Uhr) zu tun.

Laut eigenen Aussagen investiert Red Bull rund ein Drittel seines Umsatzes in Sportsponsoring. Wie viel davon genau in die Sparte Eishockey fließt, wird nicht bekannt gegeben, lieber spricht man über die sportlichen Erfolge. In der Vorsaison standen sowohl die Red Bulls aus Salzburg als auch jene aus München im Halbfinale der Champions Hockey League; im Schwesternduell setzten sich die Münchner knapp durch, ehe sie im Finale gegen den schwedischen Klub Frölunda HC den Kürzeren zogen. In der nun beginnenden Saison ist nichts weniger als der Titel das Ziel - und das hauseigene Vorbereitungsturnier der erste wichtige Schritt auf dem langen Weg zum großen Coup.

Akademie als Herzstück

Dass man sich für diesen Zweck großartig beim Schwesternklub bedient, ist nicht zu befürchten; anders als im Fußball zwischen Salzburg und Leipzig sind die Transferaktivitäten zwischen beiden - getrennt voneinander geführten - Eishockeyklubs auf dem Spielersektor überschaubar. Synergien nützt man im Eishockey-Universum von Red Bull, das seinen Ausgang mit Mateschitz’ Sponsoring des Salzburger EC vor 30 Jahren genommen und 2000 zur kompletten Übernahme des Klubs geführt hatte, auf andere Art.

In der 2014 eröffneten Akademie in Salzburg - ebenso wie im Fußball das Herzstück der Aktivitäten - werden Talente beider Vereine zu gleichen Teilen ausgebildet; auf der Führungsebene gibt es einen regen Austausch. Don Jackson, jetzt Trainer in München, war vorher in Salzburg tätig, sein bisheriger Co-Trainer Matt McIlvane wechselte vor dieser Saison zum achtfachen österreichischen Meister. Gut möglich, dass man die beiden am Wochenende nicht nur als Gegner auf dem Eis, sondern auch beim gemeinsamen Fachsimpeln antreffen wird. Schließlich will das Salute auch mit seinem Unterhaltungsprogramm punkten. Neben der Action in der Eisarena sind abends DJ-Auftritte und am Samstagvormittag ein Frühschoppen angesagt - mit Weißwurst und Red Bull, versteht sich.