Linz/Ottensheim. (rel/apa) Alles, nur kein Ruderschlag ins Wasser - Österreichs Ruderer haben sich für die am Sonntag in Ottensheim bei Linz startende Ruder-WM viel vorgenommen. Nicht nur geht es auf der Donau um Medaillen, sondern auch um eine wichtige Weichenstellung für die kommenden Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio. Acht Tage lang kämpfen die Athleten bei diesen Weltmeisterschaften um das Gros der Quotenplätze. Immerhin hat die heimische 28-köpfige, auf zwölf Boote verteilte Abordnung den Heimvorteil auf ihrer Seite. Allein, das mit den Medaillen ist etwas komplizierter.

Denn praktisch einzige Kandidatin für Edelmetall ist Magdalena Lobnig. Die Kärntnerin reiste am Donnerstag mit der Referenz nach Oberösterreich an, bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften Bronze geholt zu haben. Je nach Bootsklasse liegen sieben bis neun Japan-Fahrkarten bereit, im von Lobnig bestrittenen Einer sind es sogar neun. Nach eben erst überwundener Nebenhöhlenerkrankung muss sich die Kärntnerin ab dem Vorlauf am Sonntag noch an ihre Topform heranarbeiten. Die zwei Kilometer lange Regatta-Strecke auf einem Altarm der Donau beschert Lobnig beste Erinnerungen. "Alleine, wenn ich an den zweiten Platz beim Heim-Weltcup im letzten Jahr denke." Von den Windbedingungen könne es aber tückisch werden. "Je nachdem, von welcher Seite der Wind kommt, sind manche Bahnen benachteiligt", sagt die 29-Jährige. "Das sind äußere Einflüsse, auf die man erst kurz vor den Rennen reagieren kann."

Während die Sportlerin in diesem Bereich als routinierte Aktive auf Erfahrungswerte zurückgreifen kann, sind in der rot-weiß-roten Equipe aber auch weniger erfahrene Aktive vertreten. Für Ruderverbandspräsident Horst Nussbaumer ist das kein Nachteil, er schätzt sogar diesen Mix: "Wir haben einerseits sehr arrivierte Teammitglieder, andererseits sehr junge." Die sollen nachhaltig für die nächsten großen Bewerbe aufgebaut werden. Nussbaumer: "Die WM gibt ihnen die Garantie, dass sie daraus für die nächsten Jahre viel mitnehmen werden." Inklusive der drei nominierten Para-Boote rechnet der Präsident in jedem Fall mit einem Erfolg: "Wir möchten gerne drei Olympia-Plätze erreichen und mit einem Boot um die Medaillen mitfahren."

Neun Mal Gold für Österreich

Insgesamt haben Österreichs Ruderer bei Weltmeisterschaften bisher 25 Medaillen geholt - neun in Gold und in Bronze sowie sieben in Silber. Die erste Goldene holte Raimund Haberl 1976 auf dem Ossiacher See, als erfolgreichste Ruderer gelten aber Walter Rantasa und Christoph Schmölzer mit jeweils sieben ersten WM-Stockerlplätzen. Die jüngste Goldene holte Michaela Taupe-Traer bei der WM 2013 im Einer.