New York. (art) Die Gefühlslage ist, wie Österreichs zuletzt erkrankt kürzertretender Tennis-Star Dominic Thiem sagt, "sehr gut", das Ziel dennoch nicht allzu hoch gesetzt. Er müsse einfach von Runde zu Runde schauen, meint Thiem - "alles andere ist vermessen".

Im Vorjahr hatte Thiem bei den US Open erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier außerhalb von Paris das Achtelfinale überstanden und war nach einem harten Kampf gegen den Spanier Rafael Nadal erst im Viertelfinale ausgeschieden. Eigentlich hatte Thiems Ziel vor der Saison gelautet, bei den großen vier Veranstaltungen auf allen Belägen Ähnliches zu erreichen. Doch ein viraler Infekt hatte ihn dieses nach unten revidieren lassen, zur Absage beim Masters-1000-Turnier in Cincinnati gezwungen und die unmittelbaren Vorbereitungen auf das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres doch mehr beeinträchtigt, als er ursprünglich gedacht hatte. Der Italiener Thomas Fabbiano sollte dennoch als 87. der Weltrangliste kein Stolperstein werden - zumindest der Papierform nach. Die Wahrheit auf dem Platz wird man am Dienstag im zweiten Match nach 18 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (ORF Sport+) sehen.

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Thiem ist jedenfalls trotz der gestörten Vorbereitung guter Dinge für sein sechstes Antreten in Flushing Meadows. Nach fast zwei Wochen ohne Training hat er in den vergangenen Tagen wieder die Intensität erhöht und danach ein positives Resümee gezogen. "Das Gefühl ist sehr gut. Ich habe den Ball gut auf dem Schläger, das ist sehr cool - vor allem wenn man bedenkt, dass ich die letzten zwei Wochen nicht gespielt habe", sagte der Niederösterreicher am Sonntagabend.

Davor hatte er alle Medien- und Sponsorentermine abgesagt, um sich bestmöglich zu erholen. "Bei einem Grand Slam geht es über fünf Sätze, da muss man körperlich einfach top drauf sein."

- © M. Hirsch
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Nadal voll des Lobes

Gelingt ihm im ersten Treffen mit dem 30-jährigen Italiener der erhoffte Auftaktsieg, träfe er in der zweiten Runde auf den Sieger der Begegnung des Kasachen Alexander Bublik mit dem Qualifikanten Santiago Giraldo. In der dritten könnte er es erstmals mit einem Gesetzten, dem Briten Kyle Edmund, zu tun bekommen. Zu einer möglichen Revanche mit Nadal könnte es erst im Halbfinale kommen. Aus aktueller Sicht scheint dies mehr eine Vision als eine Wahrscheinlichkeit.

Fakt ist aber, dass jener fast Fünf-Stunden-Kampf und natürlich auch die mittlerweile zwei French-Open-Finalteilnahmen den Respekt vor dem Österreicher haben weiter wachsen lassen. "Er ist jetzt die Nummer vier und verbessert sich jedes Jahr. Er hat alles, um wichtige Events zu gewinnen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er alle seine Ziele erreicht", sagt Nadal. Auch, dass er zwei Jahre nach der Veranstaltung in Prag wieder an der Seite Thiems im Team Europe Laver Cup spielen wird, freut Nadal. "Es ist immer toll, Momente mit ihm zu teilen. Er ist ein wirklich großartiger Mann, ein guter Mensch. Ein guter Freund von mir." Auch dieser Status scheint also zu passen.