Tokio. Sie ist die Veteranin im österreichischen WM-Team, hat ihr langsam, aber sicher nahendes Karriereende mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Japan, der Wiege des Judosports, extra hinausgezögert - doch zumindest bei der WM war Tokio für Sabrina Filzmoser keine Reise wert. Die 39-Jährige blieb wie auch Lukas Reiter am Dienstag unplatziert.

Filzmoser verlor in der Klasse bis 57 Kilogramm gleich ihren Auftaktkampf gegen die Französin Sarah Leonie Cysique, für Reiter war in der Kategorie bis 73 Kilogramm nach zwei Siegen Endstation. Reiter setzte sich zunächst gegen den Belgier Dirk van Tichelt, 2016 in Rio de Janeiro Olympia-Dritter, und gegen Fares Badawi, der unter der Flagge des internationalen Judoverbands antrat, durch. Dann musste sich der Österreicher Fabio Basile aus Italien geschlagen geben. Dieser kämpfte bei den Sommerspielen in Brasilien noch in der Kategorie bis 66 Kilogramm und wurde dort Olympiasieger.

Polleres hofft auf Medaille

Filzmoser und Reiter waren freilich im Kampf um die Medaillen ohnehin Außenseiter gewesen, größere Chancen gibt sich da schon Michaela Polleres. Die Vierte der Judo-Weltrangliste in der Kategorie bis 70 Kilogramm will mit einem Spitzenplatz in Tokio auch den Olympia-Quotenplatz für 2020 absichern. Nach einem Freilos wartet am Donnerstag die Siegerin des Kampfes zwischen Karene Agono Wora aus Gabun und der Irin Megan Fletcher, Polleres braucht drei Siege für den Pool-Erfolg. Laut Papierform würde im Pool-Finale die Britin Gemma Howell warten, sie ist so etwas wie eine Angstgegnerin der 22-jährigen Niederösterreicherin, die in allen drei Kämpfen 2018 und in den zwei 2019 unterlegen war. "Ich habe oft gegen sie verloren. Aber ich bin besser geworden", sagt Polleres im Gespräch mit der Austria-Presse-Agentur. Die vier Pool-Siegerinnen gehen ins Halbfinale mit der Chance auf Gold, die Pool-Verliererinnen machen in der Runde um die zwei Bronzemedaillen weiter.

Der erste Kampf ist der wichtigste

2018 war Polleres bei der WM unplatziert geblieben, hatte nach einem Freilos eine Niederlage gegen Fletcher kassiert - die möglicherweise auch heuer wartet. Bei einer Begegnung 2017 war Polleres aber als Siegerin von der Matte gegangen. Nach ihrem insgesamt gesehen bisher stärkten Jahr 2018 mit unter anderem einem dritten Platz beim Masters fühlt sich Polleres für den Saisonhöhepunkt und das wichtigste Turnier vor den Sommerspielen top vorbereitet. Wichtig wird im traditionsreichen "Nippon Budokan" der Start ins Turnier sein. "Der erste Kampf ist der allerwichtigste. Ich komme von Kampf zu Kampf mehr rein. Ich konzentriere mich vorerst nur darauf, den ersten Kampf zu überstehen, dann gebe ich Vollgas." (apa)