New York. Die US Open sind für Dominic Thiem schon nach seinem ersten Match Geschichte - und damit ist auch sein Grand-Slam-Jahr 2019 mit einer für ihn sehr unerfreulichen Bilanz zu Ende gegangen. Der noch 25-jährige Niederösterreicher wird erstmals seit Jahren seinen Geburtstag am 3. September nicht in New York feiern, sondern in der Heimat nach endgültiger Gesundung und Formaufbau streben. Das steht für ihn nach dem 4:6, 6:3, 3:6, 2:6 gegen den Italiener Thomas Fabbiano fest.

Abgesehen vom neuerlichen und herausragenden French-Open-Finale sind die drei anderen Major-Turniere für Thiem in diesem Jahr daneben gegangen: Eine Aufgabe in der zweiten Runde der Australian Open wegen einer Verkühlung hatte danach die Absage für den Heim-Daviscup gegen Chile nach sich gezogen. In Wimbledon begann und endete gleichzeitig Thiems Rasen-Saison mit einer Vier-Satz-Niederlage in Runde eins gegen Sam Querrey, und nun schied er bei seinen sechsten US Open erstmals ebenfalls zum Auftakt aus. Grund war neuerlich eine noch nicht überstandene Verkühlung.

"Ich habe definitiv den Wettlauf gegen die Zeit verloren. Es war zu wenig Zeit, ich bin im Vergleich zum letzten Jahr auch nicht hundertprozentig gesund. Das ist im Endeffekt dann einfach zu wenig, gegen jeden Gegner, der da kommen kann", sagte Thiem, der im Vorjahr ebenfalls Cincinnati verkühlt hatte auslassen müssen, dann aber in Flushing Meadows bis ins Viertelfinale vorgedrungen war.

Grund zur Besorgnis wegen seiner doch oftmaligen Verkühlungen sieht er nicht. "Ich glaube, dass zwei Verkühlungen pro Jahr relativ normal sind. Es hat jeder von den Spielern immer wieder irgendwelche Problemchen", erklärte der Weltranglistenvierte.

Ob ihm in der Jahreswertung für das World-Tour-Finale und auch in der Weltrangliste ein Rückfall droht, hängt vor allem vom New-York-Abschneiden von Daniil Medwedew, Kei Nishikori und Alexander Zverev ab. Nach dem Aus des Griechen Stefanos Tsitsipas, des Spaniers Roberto Baustista Agut sowie auch des Russen Karen Chatschanow droht von diesem Trio vorerst keine Gefahr.

Thiem sieht es als sehr unglücklich an, dass die Verkühlungen ausgerechnet bei zwei Grand-Slam-Turnieren passiert sind. Allerdings war der Lichtenwörther auch seit Jahren immer wieder bei punkteträchtigen Masters-1000-Events wegen diversen Verkühlungen oder Infekten ausgefallen.

Nicht unerwähnt wollte Thiem neuerlich lassen, dass der Kitzbühel-Titel durchaus auch seinen Tribut gefordert hat. "Es waren zwar nur vier Matches gegen nicht so hoch gerankte Gegner, aber Kitzbühel war schon sehr emotional. Es hat schon sehr viel Energie aus mir rausgesaugt, schöne Energie zwar, aber trotzdem."

Danach sei er direkt am Sonntag ins Flugzeug gestiegen und habe das ganze Programm heruntergespult. "Das ist dieses Mal nicht gutgegangen und war zu viel für den Körper. Im Endeffekt habe ich mich bis jetzt nicht davon erholt." Gesundwerden steht nun auch im Mittelpunkt. "Ich muss es nehmen, wie es ist, und schauen, dass ich mich jetzt komplett erhole und für die restliche Phase vom Jahr wieder fit bin."

Über das verlorene Match verschwendete Thiem gar nicht so viele Gedanken. "Ich habe selbst gewusst, dass die Chancen sehr schlecht stehen. Ich bin halt enttäuscht über die ganze Situation, die ganze Amerika-Tournee ist einfach scheiße gelaufen." Abgesehen vom Viertelfinale in Kanada sei nichts Zählbares vorzuweisen. "Und ich fühle mich körperlich schlecht, da ist nicht viel Positives mitzunehmen."

Weder den Daviscup in Finnland (13./14. September) noch den Laver Cup wollte Thiem Dienstagabend in Frage stellen, auch wenn es freilich für beide Events keine Weltranglisten-Punkte gibt. Sein Manager Herwig Straka bezifferte die Chancen für den Finnland-Trip seines Schützlings später im APA-Interview allerdings nur mit "50:50".

Thiem meinte, "mit Stand jetzt bleibt das Programm so, wie es geplant ist". Allerdings müsse er nun nicht nur endlich gesund werden. "Dann brauche ich auch zehn Tage, dass ich mich wieder in gute Form bringe, weil ich habe sehr wenig trainiert."

Ob er 2020 diese Termin-Strapazen wieder auf sich nehmen wird? "Nächstes Jahr ist eine Woche dazwischen Zeit", sagte er über die Pause zwischen Kitzbühel und Toronto im kommenden Jahr. "Da ist das ganze schon viel einfacher, deshalb ist für nächstes Jahr das Programm besser." (apa)