New York. Im Einzel sind die US Open für Österreich eher suboptimal gelaufen, im Doppel gibt es hingegen rot-weiß-rote Erfolgsmeldungen: Oliver Marach und Jürgen Melzer stehen bereits im Viertelfinale, in dem sie heute Abend auf die als Nummer acht gesetzte spanisch-argentinische Paarung Marcel Granollers/Horacio Zeballos treffen. ORF Sport+ überträgt ab 20.30 Uhr im Switch mit dem Einzel-Schlager Stan Wawrinka gegen Daniil Medwedew.

Melzer, der nach Beendigung seiner Einzelkarriere erfolgreich im Doppel auf der Tour unterwegs ist und auch Olympia 2020 als realistisches Ziel vor Augen hat, und sein Landsmann setzten sich im Achtelfinale gegen das serbisch-norwegische Duo Miomir Kecmanovic/Casper Ruud in nur 69 Minuten mit 6:0, 6:3 durch.

Im Einzel hat es indessen bei den Herren mit dem Ausscheiden des als Nummer sechs gesetzten Alexander Zverev die nächste kleine Überraschung gegeben. Der Deutsche verlor gegen den Argentinier Diego Schwartzman mit 6:3, 2:6, 4:6, 3:6, der es nun mit Rafael Nadal zu tun bekommt.

Damit ist der Viertelfinal-Raster komplett, die weiteren Paarungen lauten Gaël Monfils gegen Matteo Berrettini, Grigor Dimitrow gegen Roger Federer und Wawrinka gegen Medwedew.

Wawrinkas Weg zurück an die Spitze

Vor allem diese Paarung verspricht einiges an Spannung, agieren doch beide zuletzt in Hochform. Medwedew hat sich zuletzt mit dem Sieg in Cincinnati in der Weltspitze festgesetzt, für Wawrinka ist es eine Rückkehr dorthin. Er war schon 2008 an der Seite von Roger Federer Olympiasieger im Doppel, 2014 Nummer drei der Welt, im selben Jahr Australian-Open-Sieger und in den beiden darauffolgenden Saisonen French-Open- beziehungsweise US-Open-Sieger. Doch danach ging eine Zeit lang nicht mehr allzu viel.

Der Schweizer fiel weit zurück, wegen Knieproblemen musste er lange pausieren und sich Operationen unterziehen. An der Stätte seines bisher letzten großen Triumphes, bei den US Open in New York, ist er nun in alter Stärke zurück. Zwar profitierte er im Achtelfinale von der Aufgabe des Weltranglistenersten Novak Djokovic, zu diesem Zeitpunkt lag er aber schon 6:4, 7:5 und 2:1 in Führung und hatte einen starken Eindruck hinterlassen.

Djokovic hingegen könnte nun eine ähnlich schwierige Phase vor sich haben, wie sie Wawrinka überwunden zu haben glaubt. Er kämpfte laut eigenen Angaben schon in den vergangenen Wochen mit Schulterschmerzen, die ihn nach einer erfolglosen Kurzbehandlung während des Matches zur Aufgabe zwangen. Er habe alles unternommen, was möglich gewesen sei, sagte der Serbe danach. "Aber irgendwann spürst du, dass du keinen Ball mehr schlagen kannst."

Männer für die große Bühne

Wawrinka, der voriges Jahr kurzfristig aus den Top 260 rutschte, pirscht sich indessen Schritt für Schritt und Schlag für Schlag wieder nach oben, vor den US Open lag er schon auf Rang 24. Geht sein Siegeszug weiter, ist eine baldige Rückkehr in die Top Ten, die er erstmals schon vor elf Jahren erreicht hatte, leicht möglich. Dass New York die beste Plattform ist, hat er schon bewiesen. "Ich habe Super-Tennis gespielt und bin glücklich, wieder zurück zu sein."

Auch Djokovic meinte: "Stan ist ein Mann für große Spiele. Er liebt es, auf der großen Bühne gegen die Besten zu spielen." Die nächste Gelegenheit kommt heute – gegen einen, der gerade dabei ist, sich auf der großen Bühne in Szene zu setzen. (art)