Wien. Erstmals findet ab Donnerstag eine Volleyball-EM der Herren mit 24 Mannschaften statt, und erstmals hat sich ein österreichisches Nationalteam aus eigener Kraft für eine Endrunde qualifiziert. Sowohl bei den allein durch die Nennung fixierten Teilnahmen 1955, 1958 und 1963 wie auch als Veranstalter 1999 und 2011 haben die Österreicher den letzten EM-Platz belegt. Das soll diesmal anders laufen.

Die erfolgreiche Qualifikation wurde von Teamchef Michael Warm und seinem Team als Startschuss genommen, um auch in den fünf Spielen von Freitag bis Donnerstag nächster Woche in Gruppe B in Brüssel und Antwerpen etwas zu erreichen. Eineinhalb Monate lang im Mai und Juni mit der European Silver League sowie durchgehend ab der zweiten Juli-Hälfte war das rot-weiß-rote Nationalteam zusammengezogen, zahlreiche Länderspiele wurden absolviert.

"Je näher man rankommt, desto größer ist das Feuer, desto größer sind die Emotionen, desto größer ist die Klarheit, maximale Leistung zeigen zu wollen", hatte Warm schon in der vergangenen Woche die Vorfreude des gesamten Spieler- und Betreuerstabs auf den Titelkampf in Worte gekleidet. Für den Deutschen ist es der Höhepunkt seiner mittlerweile bereits fast neuneinhalbjährigen Tätigkeit als Österreichs Chefcoach. Die seither stattgefundene Aufwärtstendenz soll Alexander Berger und Co. nun aus einer der vier Sechser-Gruppen in die K.o.-Phase bringen. Aus dem letzten Topf gezogen, müssten zumindest zwei höher eingeschätzte Teams hinter sich gelassen werden. Titelverteidiger Russland blieb den Österreichern bei der im Jänner im Brüsseler Atomium erfolgten Auslosung zwar erspart, dafür sind mit Deutschland, Serbien und Belgien die übrigen Semifinalisten von 2017 zu bespielen.

Warm und Co. wollen sich dadurch aber nicht von ihrem Weg abbringen lassen, die Slowakei, Spanien oder auch einen der Top Drei zu Fall bringen zu können. "Wir gehen so rein, dass wir zu den fünf Spielen, die wir am Anfang haben, mindestens noch ein sechstes dranhängen können", sagte der Langzeit-Coach, ab dieser Saison Chef-Betreuer beim deutschen Topklub VfB Friedrichshafen. Ein sechstes Match wäre ein Achtelfinale. Und alle Viertelfinalisten haben die EM-Teilnahme 2021 fix.

Die Volleyball-Truppe wurde am Dienstag von Bundespräsident Alexander Van der Bellen verabschiedet. "Jede Mannschaft, die sich für so ein Turnier qualifiziert, ist für eine Überraschung gut - natürlich auch Sie", erinnerte das Staatsoberhaupt.

Los geht es am Freitag (20.30Uhr) im Brüsseler Palais 12 gegen das Gastgeberteam, 24Stunden später ist in der 15.000 Zuschauer fassenden Arena die Slowakei der Gegner. Nach einem Übersiedlungstag nach Antwerpen geht es in der dortigen Lotto-Arena am Montag gegen Deutschland und am Dienstag gegen Spanien (jeweils 17.30 Uhr). Am 19. September (20.30 Uhr) wartet dort 2000-Olympiasieger Serbien auf Rot-Weiß-Rot.