Die Bilder und Videos gingen um die Welt und weckten schwere Befürchtungen: Marc Márquez, nach Thailand angereist, um beim MotoGP-Rennen am Sonntag (9 Uhr/Servus TV) seinen sechsten WM-Titel zu fixieren, legte im ersten Training einen Highsider hin, stürzte und blieb längere Zeit auf dem Boden liegen. Danach begab er sich ins medizinische Zentrum, das Ziel vom vorzeitigen Titelgewinn rückte in weite Ferne. Doch Márquez erwies sich als Stehaufmann, setzte sich wenige Stunden später wieder auf das Motorrad - und fuhr Spitzenzeiten, die ihn nun erst recht wieder in die Favoritenrolle hieven.

Denn abgesehen von den Wehwehchen könnte die Ausgangslage kaum besser sein. Der Spanier benötigt in Buriram zwei Punkte mehr als der Italiener Andrea Dovizioso, um seinen ersten Verfolger entscheidend zu distanzieren. Nach 14 Läufen liegt Honda-Pilot Marquez mit 300 Punkten 98 Zähler vor dem Ducati-Fahrer. Alle anderen sind schon aus dem WM-Rennen. Selbst wenn es an diesem Wochenende für Márquez noch nicht klappen sollte, wird ihm sein insgesamt achter WM-Titel - der sechste in der Königsklasse - kaum zu nehmen sein. Heuer hält der Katalane bei acht Saisonsiegen, auch zuletzt beim Aragonien-GP in Alcaniz hat er - vor Dovizioso - zugeschlagen. Sein Hauptverdienst ist es auch, dass Honda in der Konstrukteurs-WM mit einem Bonus von 65 Punkten auf Ducati gut unterwegs ist. An Rennsiegen in der Straßen-WM-Königsklasse zählt Marquez bereits deren 52. "Es ist eine meiner besten Saisonen", meint der 26-Jährige.

Mit einem halben Dutzend an MotoGP-Kronen würde er mit Valentino Rossi gleichziehen, wobei "Il Dottore" aber zusätzlich noch den 500-ccm-Titel aus dem Jahr 2001 hat. Márquez weiß auch, wie man auf der asiatischen Strecke gewinnt, entschied er doch im Vorjahr vor Dovizioso den dortigen WM-Premieren-Event in der Motorrad-WM für sich. Gut eine Zehntelsekunde trennte die beiden Kontrahenten da nur.

KTM will Platz halten

Dovizioso müsste auf jeden Fall vor Márquez landen, sollte der unter die Top Vier kommen, um noch im Rennen zu bleiben. Der 33-Jährige konzentriert sich aufgrund der bloß theoretischen Chance ohnehin eher darauf, für Ducati und den zweiten WM-Endrang weiter zu punkten. "Wir haben in Aragonien mit unseren Podestplätzen gezeigt, dass wir für die letzten fünf Saison-Rennen gut gerüstet sind", meint Dovizioso, dessen australischer Markenkollege Jack Miller in Alcaniz Dritter wurde. Miller ist allerdings nur Außenseiter, wenn es darum geht, in der Saisonabrechnung unter den Top Drei zu landen. Das Feld der Verfolger von Márquez und Dovizioso führen der Spanier Alex Rins, der Italiener Danilo Petrucci und der Spanier Maverick Viñales an.

Dessen Yamaha-Markenkollege Rossi ist vor dem Franzosen Fabio Quartararo und Miller lediglich Sechster. Bei KTM wird Pol Espargaro wieder am Start sein, nachdem er zuletzt in Aragonien wegen einer im Training erlittenen Handgelenksfraktur passen musste. Zweiter Fahrer des KTM-Werksteams wird wieder der Finne Mika Kallio sein.

In der Konstrukteurs-WM geht es für die Oberösterreicher darum, gegen Ende der Saison den mit 88 Zählern gehaltenen fünften Platz abzusichern. Derzeit liegt das sechstplatzierte Aprilia-Team 22 Zähler dahinter, die Vierten von Suzuki aber 93 Punkte davor.(apa/art)