Der Nächste, bitte: Wie die Staatsanwaltschaft Innsbruck am Mittwoch bekannt gab, wurde gegen den ehemaligen österreichischen Langläufer Dominik Baldauf Anklage wegen gewerbsmäßigen schweren Sportbetrugs erhoben. Der 27-jährige Vorarlberger war bei einer Razzia während der nordischen Ski-WM in Seefeld ebenso wie sein damaliger Teamkollege Max Hauke - mit dem er kurz davor noch Rang sechs im Teamsprint erreicht hatte - vorübergehend festgenommen worden. Ins Rollen gebracht hatte den Fall der als Wiederholungstäter bekannte Johannes Dürr.

Es waren die symbolischen Bilder dessen, was die Ermittler bezeichnenderweise Operation Aderlass genannt hatten. Mehreren Sportlern aus mehreren Nationen waren Verbindungen zum deutschen Mediziner Mark S., für die Fahnder der Drahtzieher eines Dopingnetzwerks, und die Anwendung verbotener Methoden vorgeworfen worden.

In Baldaufs Fall sah es auch die österreichische Anti-Doping-Rechtskommission als erwiesen an, dass er seit 2016 in regelmäßigen Abständen Blutabnahmen zum Zweck der Lagerung und späteren Reinfundierung an sich hatte vornehmen lassen. Wie Hauke wurde er rückwirkend bis 28. Februar 2023 gesperrt. Nun steht beiden - ebenso wie anderen Sportlern wie dem Radprofi Stefan Denifl - ein Prozess wegen Sportbetrugs bevor, wofür Haftstrafen drohen. Laut Staatsanwaltschaft zeigte er sich umfassend geständig. Er soll neben der Anwendung von Blutdoping auch Wachstumshormone genommen haben.

Auch der österreichische Skiverband ÖSV hat im Sommer als Reaktion auf die Dopingfälle Konsequenzen gezogen. Demnach wurde die Langlaufsparte in einen - vom ÖSV finanzierten - Verein unter der Leitung des ehemaligen Spitzenathleten Alois Stadlober und rund um dessen Tochter Teresa ausgegliedert.

Im Fall der Operation Aderlass aber ist das letzte Kapitel noch lange nicht geschrieben. (art)