David Alaba ist gegen Israel noch nicht einsatzfähig. - © APAweb / afp, Daniel Leal-Olivas
David Alaba ist gegen Israel noch nicht einsatzfähig. - © APAweb / afp, Daniel Leal-Olivas

Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft muss am heutigen Donnerstagabend im EM-Qualifikationsspiel gegen Israel ohne David Alaba auskommen. Der Legionär von Bayern München wurde nach seinem Haarriss in der Rippe für die Partie nicht rechtzeitig fit. Das bestätigte der ÖFB am frühen Nachmittag auf Twitter.

Alaba werde "im Stadion sein und die Mannschaft unterstützen", gab der Verband bekannt. Zuvor hatte die deutsche "Bild"-Zeitung berichtet, der 27-Jährige sei frühzeitig vom Nationalteam abgereist und werde auch beim folgenden EM-Qualifikationsspiel am Sonntag in Slowenien nicht dabei sein. Dazu äußerte sich der ÖFB am Donnerstag vorerst nicht.

EM-Teilnahme wäre finanziell bedeutend

Ungeachtet der Personalsituation hat der ÖFB keine schlechten Karten für die weitere Qualifikation. Die angestrebte EM-Teilnahme hätte für den Verband jedenfalls auch weitreichende finanzielle Auswirkungen. Die Uefa hat das Startgeld je Team von 8 auf 9,25 Millionen Euro erhöht. 2016 sei abzüglich aller Ausschüttungen für den ÖFB selbst ein Betrag im "unteren siebenstelligen Bereich" übriggeblieben, berichtete Bernhard Neuhold, der Geschäftsführer der ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH.

Mit den Zusatzeinkünften plant der Fußball-Bund allerdings nicht. Das Verbandsbudget für 2020 soll sich - konsolidiert mit der ausgegliederten GmbH - wie das aktuelle bei rund 45 Millionen Euro bewegen, erklärte Neuhold im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Mit den Einmalerträgen könnten wir zusätzlich Rücklagen schaffen für künftige Investitionen."

Die angehobenen Uefa-Prämien - für einen Sieg in der Gruppenphase gibt es 1,5 Millionen Euro, für ein Remis 0,75 Millionen, für den Achtelfinaleinzug weitere zwei Millionen - sind im Fall einer EM-Teilnahme nicht die einzige zusätzliche Geldquelle. Laut Neuhold seien zum Teil Bonuszahlungen mit Sponsoren vereinbart. Dazu komme eine mittel- bis langfristige Hebelwirkung bei Sponsorengesprächen, Ticketing-Erlösen und Merchandising. "Das hat auf alle Einnahmenstränge positive Auswirkungen."

Prämienaufteilung intern geregelt

Mit den Teamspielern sei für den Fall einer erfolgreichen EM-Qualifikation eine Prämie ausgemacht. Neuhold: "Es ist ein Fixbetrag, den die Mannschaft als solche erhält." Die Aufteilung unter den Spielern bleibe intern. Auch bei der EM sind die Spielerprämien, die nach der geschafften Qualifikation mit dem Mannschaftsrat auszuhandeln wären, einer der drei größten Kostensäulen des Verbandes. Dazu kommen die Hotels und die Reisekosten, werden die Spiele doch quer durch Europa ausgetragen.
Die Teamspieler werden gemäß der Erfolge beim Turnier an den Uefa-Prämien beteiligt. Dazu gab es bei der EM 2016 in Frankreich einen internen Verteilungsschlüssel, durch den auch an die Landesverbände und an die Bundesliga Geld floss. "Bei uns wird generell der Solidaritätsgedanke gelebt", betonte Neuhold.

Um auch die Kosten einer EM klar herausarbeiten zu können, plant der ÖFB für 2020 wie 2016 mit einem Sonderbudget. Verkomplizieren könnte sich die Planung, wenn der Startplatz nicht über die reguläre EM-Qualifikation im November errungen werden sollte, sondern möglicherweise erst über die Hintertür Nations-League-Play-off. Dort geht es Ende März in vier Viererturnieren um die letzten vier EM-Tickets. Lieber wäre dem Verband freilich die Fixqualifikation über den regulären Weg. Drei Punkte heute Abend gegen Israel wären dafür jedenfalls hilfreich - mit oder ohne Alaba. (apa/art)