Ungewöhnlich war vorerst nur das Programm, nicht aber das Machtverhältnis: Wegen des herannahenden Taifuns Hagibis wurde das normalerweise am Samstag angesetzte dritte Training für den Formel-1-Grand-Prix in Suzuka gestrichen, die Qualifikation auf den Rennsonntag verlegt. Die - nur zwischenzeitlich von Ferrari ausgebremsten - Saisondominatoren des Mercedes-Teams aber ließen sich von den Änderungen vorerst nicht beirren: Sowohl in der Früh als auch am Nachmittag (Ortszeit) lag der Finne Valtteri Bottas vor seinem in der WM führenden Teamkollegen Lewis Hamilton.

Dieser kann zwar in Suzuka noch nicht den WM-Titel fixieren, in der Konstreukteurs-Wertung aber ist das Ziel von Mercedes schon zum Greifen nahe. Mercedes kann schon beim 17. von 21 Saisonrennen die Konstrukteurs-WM gewinnen. Hamilton und Bottas müssten dafür am Sonntag (7.10 Uhr) mindestens 14 Punkte mehr holen als Sebastian Vettel und Charles Leclerc in ihren Ferraris. In diesem Fall würde sich Mercedes zum sechsten Mal in Folge die Team-WM sichern und damit einen Ferrari-Rekord egalisieren.

Den Trainings am Freitag kam auch vor diesem Hintergrund besondere Bedeutung zu. Kann das Qualifikationstraining nämlich nicht stattfinden, wird die Reihung der freien Trainings für die Startaufstellung herangezogen. Das hieße, Max Verstappen würde hinter den Mercedes-Piloten und noch vor Vettel und Leclerc als Dritter ins Rennen gehen. (art)