Bregenz. Den Schlag von Amanda Serrano gegen ihre Leber hat Eva Voraberger noch nicht vergessen. Und wie sie damals, vor ziemlich genau neun Monaten, im Ring des New Yorker Madison Square Garden hilflos am Boden kniete und kaum Luft bekam. "Wenn die Leber getroffen wird, ist es vorbei", sagte sie später über ihr erstaunlich rasches K.o. in diesem WBO-Weltmeisterkampf im Superfliegengewicht (bis 52,2 Kilogramm). "In 35 Sekunden war alles verloren, die ganze Arbeit zunichtegemacht."

Ein Fehler, der ihr beim WBC-Silver-WM-Titelkampf im Bantamgewicht (bis 53,5 Kilogramm) am Samstag (20.15 Uhr/ORF Sport+) in Bregenz gegen die Argentinierin Vanesa Lorena Taborda nicht mehr passieren soll. Hoffte sie in New York gegen Sorreno noch auf einen "Lucky Punch" (welchen allerdings sie kassierte), muss gegen die Südamerikanerin nun unbedingt eine deutliche Steigerung her. Leicht wird es dennoch nicht. "Viele wissen nicht, in welcher Liga ich boxe", sagte sie nach New York in Richtung Kritiker. "Ich bekomme kein Fallobst vorgesetzt, das ist die Champions League."

Tatsächlich wäre es kühn, Vorabergers Gegnerin Taborda, auch "La Negra" genannt, als "Fallobst" zu bezeichnen, hat doch die 35- Jährige bereits 26 Kämpfe gewonnen. Allerdings teilt sie mit ihrer österreichischen Kontrahentin ein ähnliches Schicksal: So wie Voraberger in New York musste auch Taborda einmal - auch wenn das schon einige Zeit her ist - ein K.o. im Kampf gegen die Mexikanerin Zulina Muñoz hinnehmen. Abgezählt wurde damals im Gimnasio Municipal im mexikanischen Ciudad Juárez. Sollte aber Voraberger am Samstag Taborda bezwingen, könnte das für sie selbst, bedingt durch den Einzug in die Top drei der Welt, ein Ticket nach Übersee bedeuten - genau genommen für einen Kampf in der Goldklasse in der Hochburg des Frauenboxens, in Mexiko City.

Ring im Festspielhaus

In Bregenz kann die Grazerin immerhin mit der starken Unterstützung des Heimpublikums rechnen. Und das soll nicht enttäuscht werden: "Egal, ob in Schwechat, Wien oder New York. Ich will länger als 35 Sekunden im Ring stehen", sagte Voraberger. Ein voller Saal im Festspielhaus ist ihr gewiss. Zudem gastiert am Wochenende auch die Kickbox-WM am Bodensee. 1000 Athleten aus 36 Nationen werden erwartet.