Schon ganz zu Beginn seiner Karriere galt Pablo Carreno Busta als Riesentalent, vor zwei Jahren war er die Nummer zehn der Welt. Danach ist es etwas stiller geworden um den mittlerweile 28 Jahre alten Spanier. Doch in diesem Herbst nähert sich Carreno Busta wieder seiner Höchstform. Für Dominic Thiem ist er heute (ab 15.30 Uhr ORF Sport+) im Viertelfinale der Erste-Bank-Open in der Wiener Stadthalle zwar ein schlagbarer Gegner - aber auch ein gefährlicher, wie Thiem weiß.

Seine 6:0-Siegbilanz gegen den Spanier tue nichts zur Sache, sagt der Österreicher, der als erster Lokalmatador im selben Jahr sowohl in Kitzbühel als auch in Wien gewinnen könnte. "Alle Partien gegen ihn waren auf des Messers Schneide", meint der Weltranglistenfünfte, der freilich, was Papierform und Heimvorteil angeht, als klarer Favorit gegen den um 33 Plätze schlechter platzierten Rechtshänder ins Spiel geht. Das bisher jüngste Aufeinandertreffen ist noch nicht allzu lange her, in Shanghai, bei Thiems letztem Turnier vor der Heimveranstaltung in der Stadthalle, musste er in insgesamt 107 Minuten im ersten Satz drei Satzbälle abwehren, ehe er im Tiebreak beziehungsweise Durchgang zwei mit 6:3 gewann.

...ist aber gewarnt vor seinem Gegner Pablo Carreno Busta - © APAweb / afp, Jonathan Nackstrand
...ist aber gewarnt vor seinem Gegner Pablo Carreno Busta - © APAweb / afp, Jonathan Nackstrand

"Wäre dumm, würde ich den Heimvorteil nicht nützen

"Es war harte Arbeit", konstatierte Thiem damals - und die wird ihm auch heute bevorstehen. Carreno Busta gilt als "Beißer", der keinen Punkt herschenkt; jene Niederlage in Shanghai war eine von nur vier in den jüngsten 19 Partien Carreno Bustas. Das Turnier in Chengdu hat er gewonnen, selbiges würde er in der Wiener Stadthalle freilich gerne wiederholen. Doch mit der Nummer eins steht ihm der denkbar schwierigste Gegner im Weg - der seinerseits bei seinem zehnten Antreten nach seinem Premierentitel in der Stadthalle und damit gleichzeitig nach dem ersten Österreicher-Double bei den größten heimischen Turnieren in Kitzbühel und Wien greift.

Angesprochen will Thiem auf diese Möglichkeit allerdings nicht, das sei "gar nicht in meinem Kopf", betont er. Anders ist es mit dem neuen Stadthallen-Schwung, den auch der erste Sieg im fünften Duell mit Fernando Verdasco beflügelt hat, sowie mit dem Publikum, das der Lokalmatador bewusst nicht ausblenden will. "Ich wäre richtig dumm, würde ich den Heimvorteil nicht nützen", sagt Thiem. Er könnte ihn gegen Carreno Busta brauchen.