Auf einen harten Kampf hatte er sich angesichts der bisherigen Begegnungen eingestellt, ein kurzes Vergnügen ist es geworden: Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem erreichte ohne viel Mühe das Halbfinale der Erste-Bank-Open in der Wiener Stadthalle. Der Weltranglistenfünfte führte gegen den Spanier Pablo Carreno Busta mit 5:0, ehe dieser wegen einer Rückenverletzung aufgeben musste.

Für Dominic Thiem war das Viertelfinale ein kurzes Vergnügen. - © APAweb / expa, Lukas Huter
Für Dominic Thiem war das Viertelfinale ein kurzes Vergnügen. - © APAweb / expa, Lukas Huter

"Es ist immer unangenehm, wenn der Gegner w.o. geben muss, und da natürlich noch ein bisschen mehr. Es sind alle gekommen, dass sie ein tolles Match sehen", sagte Thiem nach dem kurzen Auftritt. Er hatte gleich von Beginn weg bemerkt, dass Busta nicht fit ist. "Er hat doch 40 bis 50 km/h langsamer serviert, als wenn er fit ist." Er selbst könne freilich nichts dafür. "Ich nehme gern den Einzug ins Halbfinale."

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Dort trifft er am Samstag auf den Italiener Matteo Berrettini, der sich davor gegen den Russen Andrej Rublew 7:6, 7:6 durchgesetzt hatte. Thiem indessen konnte nach dem harten Dreisatzmatch gegen Fernando Verdasco am Tag davor Kräfte für sein erstes Halbfinale bei Österreichs größtem Tennisturnier schonen. Dennoch meinte er in Richtung Publikum: "Es tut mir sehr, sehr leid für euch, die ihr alle gekommen seid und euch ein geiles Match erwartet habt. Wir sehen uns morgen."

Chance auf Revanche und ersten Wien-Titel

Dann hat er die Chance auf die Revanche für die Niederlage im Shanghai-Viertelfinale gegen Berrettini. Thiem weiß also nur zu gut, was auf ihn zukommt: "Berrettini kämpft noch um die World-Tour-Finals in London. Er wird also bis in die Haarspitzen motiviert sein." Vor allem vor dem Aufschlag des US-Open-Halbfinalisten ist er gewarnt: "Er serviert den ersten mit gefühlt 220, 225 km/h rein." Nachsatz: "Morgen wird eine absolute Hammerpartie gegen einen Gegner, der in der Form seines Lebens spielt."

Thiem selbst hat die Chance, nach dem Titel in Kitzbühel als erster Österreicher auch jenen in Wien zu holen, jedenfalls gewahrt. Der bis dato letzte heimische Sieger in der Wiener Stadthalle war Jürgen Melzer, der 2010 und 2011 triumphierte; davor war Horst Skoff 1988 gegen Thomas Muster erfolgreich gewesen.

Melzer/Marach gehen getrennte Wege

Auch von Melzer, der mittlerweile nur noch Doppel spielt, gibt es indessen Neuigkeiten: "Wir haben uns in Shanghai zusammengesetzt und gesagt, wir haben die guten Teams einfach nicht geschlagen. Es hätte sich auch mit einer Vorbereitung nicht viel geändert", sagt der 38-jährige Melzer.

Das Duo hatte seit Beginn der Zusammenarbeit immerhin das Endspiel von Umag, den Titel in Hamburg und das Viertelfinale der US Open auf der Erfolgsliste stehen. Unter anderem zuletzt vier Auftakt-Niederlagen en suite besiegelten aber das Ende der Kollaboration.

Im ATP Cup und Davis Cup wird das Duo weiter spielen. "Wir werden auch die Olympischen Spiele miteinander bestreiten." Melzer spielt ab sofort mit dem 35-jährigen Franzosen Edouard Roger-Vasselin. Oliver Marach, der kommendes Jahr seinen 40. Geburtstag feiert, hat sich den 37-jährigen Südafrikaner Raven Klaasen, derzeit Elfter im Doppel-Ranking, geangelt. Der Steirer hat seine Saison aber vorzeitig beendet, darum hat Melzer auch schon in Paris den neuen Partner an der Seite. (art/apa)