Dominic Thiem hat 9.600 begeisterten Fans in der Wiener Stadthalle und in Österreich zum Nationalfeiertag einen Sieg geschenkt. Der 26-jährige Niederösterreicher zog mit einem 3:6,7:5,6:3 über den Weltranglisten-11. Matteo Berrettini (ITA) nach 2:33 Stunden in sein erstes Finale beim Erste Bank Open ein. Dem Kitzbühel-Sieger Thiem fehlt damit nur noch ein Sieg zum historischen Österreich-Double.

"Es war sehr gutes Tennis vom ersten bis zum letzten Punkt, es war sensationelle Stimmung, die ich noch nie zuvor so erlebt habe. Es war so laut und das Tennis hat dazu gepasst. Es war eine Achterbahnfahrt von uns beiden auf sehr hohem Niveau", sagte Thiem nach seiner auch von ihm selbst bestätigten bisher besten Performance überhaupt in der Stadthalle erfreut. "Es war ein ganz besonderer Tag für alle und auch für mich. Es ist ein Traum für mich, im Finale zu stehen und ich werde alles dafür tun, dass ich die jetzt schon sensationelle Woche krönen kann."

Gewinnt Thiem das Finale, wäre er der erst dritte österreichische Wien-Sieger

Thiem hat schon sein sechstes Finale in dieser Saison erreicht. Nach Indian Wells, Barcelona, Kitzbühel und Peking hofft er auf seinen bereits fünften Titel 2019, seinen insgesamt 16. Gelingt ihm dies, dann ist er alleiniger Tourleader dieses Jahr in Sachen Turniersiege. Er könnte sich zum insgesamt erst dritten österreichischen Wien-Sieger nach Horst Skoff (1988) und Jürgen Melzer (2009, 2010) küren. Im Weg steht ihm am Sonntag (14.00 Uhr/live ORF 1) entweder Gael Monfils (FRA-4) oder Diego Schwartzman (ARG-5).

Dominic Thiem trifft im Finale auf Diego Schwartzman

Der Gegner von Dominic Thiem im Finale des Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle heißt Diego Schwartzman. Der 27-jährige Argentinier setzte sich im zweiten Halbfinale gegen den als Nummer 4 gesetzten Gael Monfils (FRA) überraschend glatt nach nur 75 Minuten 6:3,6:2 durch.

Thiem hatte sich Schwartzman als Gegner gewünscht. "Die Leute haben den Diego
ein bisserl adoptiert", bezog er sich auf die "Diego, Diego"-Rufe vom
Vortag. Er freue sich auf ein "Traumfinale gegen ihn, weil ich auch sehr gut mit
ihm befreundet bin." Sein Energie-Level werde am Sonntag kein Problem
sein, versprach Thiem. "Ich habe alles rausgehaut heute. Es war eine
sehr anstrengende Partie mental und körperlich, aber das ist wie ein
French-Open-Finale. Bei so einem großen Turnier im Finale - da gibt es
keine Müdigkeit."

Der Niederösterreicher führt im Head-to-Head mit seinem guten Freund mit 4:2, zuletzt hatte Thiem auf dem Weg zum Barcelona-Titel 6:3,6:3 gewonnen. Der nur 1,67 m große Schwartzman kann mit großartiger Beinarbeit und tollem Ballgefühl seine geringe Größe wettmachen. Er hat Thiem bisher zweimal (2017 in Montreal, 2019 in Buenos Aires) knapp bezwungen.

Das Finale der Freunde

Auch der Weltranglisten-15. Diego Schwartzman möchte sein siebentes Tour-Finale (bisher drei Titel) "genießen": "Es wird ein tolles Match gegen einen meiner besten Freunde auf der Tour. Wir sind fast gleich alt, er hat jetzt einen südamerikanischen Coach. Wir haben im Februar in meiner Heimat gegeneinander gespielt, jetzt in seiner", meinte Schwartzman erfreut.

Ob man sehr guten Freunden den Titel in der Heimat nicht gönnen würde? "Ich glaube, wenn er gewinnt, dann werde ich froh für ihn sein, weil es seine Heimat ist. Wenn nicht, dann hat er hier ein Finale gespielt und vor einigen Wochen in Kitzbühel gewonnen. Also ist es auch so eine große Sache für ihn." (apa)