Wie schnell es im Sport oft gehen kann, mussten die Washington Nationals in der World Series, der Finalserie der Major League Baseball (MLB), leidvoll zur Kenntnis nehmen. Hatten sie die ersten beiden von maximal sieben Spielen gegen die Houston Astros noch überraschend gewonnen, liegen sie nun mit 2:3 zurück. Die Texaner, als Favoriten in die Finalserie gegangen, gewannen in der Nacht auf Montag (MEZ) vor den Augen von US-Präsident Donald Trump das fünfte Spiel mit 7:1.

Houstons Yordan Alvarez und Carlos Correa sorgten jeweils mit Two-Run-Homeruns für ein 4:0 der Gäste. Washingtons Jungstar Juan Soto verkürzte mit einem Solo-Homerun auf 1:4. Yuli Gurgel erhöhte mit einem Single die Führung der Astros auf 5:1. George Springer stellte mit einem weiteren Two-Run-Homerun den späteren Endstand her. Mit einem weiteren Sieg daheim in der Nacht auf Mittwoch würden die Astros ihren zweiten Titel in drei Jahren gewinnen.

Buhrufe für Trump

Als Trump auf dem Stadion-Großbildschirm zu sehen war, ertönten laute Buh-Rufe. Zuschauer skandierten "Sperrt ihn ein!" Washington gilt als Hochburg der US-Demokraten. Bei seiner Wahl 2016 hatte Trump in dem Hauptstadt-Bezirk 4,1 Prozent der Stimmen geholt - so wenig wie kein republikanischer Kandidat vor ihm. Den symbolischen ersten Ball wollte Trump nicht werfen. Statt ihm warf ihn der prominente Koch und Restaurantbetreiber Jose Andres - er ist ein ausgesprochener Kritiker Trumps. Andres dankte den beiden Teams dafür, dass sie einen Migranten für den "First Pitch" eingeladen haben. Trump steht dafür, Migranten aus den USA fernhalten zu wollen.

MLB-Geschäftsführer Rob Manfred hatte vorab gesagt, Trump werde erst nach Beginn des Spiels im Stadion sein, um Fans auf ihrem Weg dorthin nicht zu behindern. "Ehrlich gesagt, wir waren sehr dankbar dafür." Wenn Trump sich mit seinem schwer gesicherten Konvoi durch die US-Hauptstadt bewegt, werden zahlreiche Straßen abgeriegelt. Der Präsident verließ das Match auch wieder vor Spielende.

Der Besitzer der Washington Nationals, Mark Lerner, hatte Kritik am Besuch Trumps zurückgewiesen. "Er hat alles Recht zu kommen", sagte Lerner der "Washington Post". Trump ist der erste amtierende Präsident seit George W. Bush im Jahr 2001, der ein Spiel der MLB-Finalserie besuchte. Bush hatte kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im Yankee-Stadion in New York symbolisch den ersten Ball des Matches geworfen - wenige Kilometer vom Ort der Anschläge entfernt. (apa/dpa)