"Ich habe mich entschieden, zu dopen. Die Entscheidung habe ich alleine getroffen, es war meine Idee." Das sagte der ehemalige ÖSV-Langläufer Max Hauke zum Auftakt seines Prozesses wegen schweren Sportbetrugs am Mittwoch vor dem Landesgericht Innsbruck. Dem 27-Jährigen wird Schädigung seiner Sponsoren in Höhe von 50.000 Euro vorgeworfen, weil er seit 2015/16 die verbotene Methode des Blutdopings angewendet haben und Wachstumshormone eingenommen haben soll. Bei einem Schuldspruch drohen ihm sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Das Doping gab Hauke von Anfang an zu, den Betrug aber bestritt er.

Hauke war zur Symbolfigur des Dopingskandals bei der nordischen Ski-WM in Seefeld geworden, weil er in flagranti beim Versuch des Blutdopings erwischt worden war. Später stellte sich freilich heraus, dass Hauke nur ein kleiner Fisch in einem großen Doping-Sumpf war. Das Zentrum soll bei einem deutschen Arzt gelegen sein, Hauke ist nur einer von bisher insgesamt 21 Sportlern, die als mutmaßliche Kunden ausgemacht wurden.

Haukes Anwalt Andreas Mauhart stritt die Höhe der Schadenssumme in seinem Eröffnungsplädoyer fast zur Gänze ab, denn durch Sponsoring entstehe laut Rechtsprechung kein Schaden, führte der Anwalt aus. "Die Leistung bei einem Sponsorvertrag ist nur, das Logo zu tragen und diese Leistung wurde erfüllt", betonte Mauhart.

"Er wollte einfach nur langlaufen"

Außerdem hatte sein Mandant nie einen Schädigungsvorsatz, sondern wollte "einfach nur langlaufen". Auch das Blutdoping habe der 27-Jährige nur in Hinblick auf die nordische Ski WM in Seefeld betrieben. "Er hat es gemacht für seine letzte WM, da wollte er gut sein", sagte Mauhart, und Hauke bestätigte dies: "Seefeld war mein Traum. Ich wusste, dass ich Talent habe, und ich glaubte, was mir auf die Spitze fehlt, ist Doping."

Hauke sei erst sehr spät in den Fokus der Ermittlungen gekommen, schilderte der Staatsanwalt in seinem Eröffnungsplädoyer. "Man wusste, dass ein Dopingarzt nach Seefeld reisen wird und dort Athleten behandeln wird, man wusste aber nicht wen", so der öffentliche Ankläger. Beim Zugriff sei Hauke dann aber in flagranti erwischt worden.Der ehemalige Langläufer, der laut eigenen Angaben kein Comeback plant, erzählte, die Nummer des Arztes von seinem früheren Kollegen Johannes Dürr erhalten zu haben. Doping-Wiederholungstäter Dürr war in seinem Verfahren mit einer Diversion davon gekommen. (apa/red)