Es ist eines jener Comebacks, von denen man nicht so recht weiß, was man sich davon erwarten soll - und eines jener, die dennoch oder gerade deswegen für die angeregtesten Diskussionen auf Social Media sorgen. Wie ESPN in der Nacht auf Donnerstag als erstes berichtete, kehrt Carmelo Anthony in die nordamerikanische Basketball-Liga NBA zurück. Der zehnmalige All-Star hat demnach mehr als ein Jahr nach seinem bisher letzten NBA-Spiel einen Vertrag bei den Portland Trail Blazers unterschrieben. Damit könnte es Österreichs NBA-Export Jakob Pöltl am Samstag im Auswärtsspiel der San Antonio Spurs bei den Blazers mit dem zehnfachen NBA-All-Star zu tun bekommen.

Unter diesen Vorzeichen wird es jedenfall sein Spiel sein, das besonders im Fokus des Interesses stehen wird. Denn wenngleich die bisher letzten Saisonen Anthonys nicht unbedingt nach Wunsch verlaufen waren, gilt noch immer: Wo "Melo" auftritt, ist für Show garantiert. Der 35-jährige Flügelspieler, der zuletzt bis November 2018 für die Houston Rockets tätig war, gilt als einer der stärksten Scorer der vergangenen Dekade, 2013 war er der beste Werfer der Liga. Mit dem US-Nationalteam wurde Anthony 2008, 2012 und 2016 dreimal Olympiasieger.

Anthony gehörte der sogenannten "2003er-Klasse"an - jener außergewöhnlichen Generation rund um LeBron James, Dwayne Wade und Chris Bosh, die in diesem Jahr den Sprung vom Amateurismus in die NBA schaffte und die Post-Michael-Jordan-Ära prägte. Allerdings war Anthony nicht nur für seine Qualität auf dem Platz, sondern auch seine Eskapaden abseits davon bekannt.

Die Blazers freilich haben nichts zu verlieren. Das ambitionierte Team aus Oregon ist mit vier Siegen aus den ersten zwölf Spielen unter den Erwartungen in die Saison gestartet und hat einige Verletzte zu beklagen. Anthony bekommt laut ESPN vorerst nur einen vorübergehenden leistungsbezogenen Vertrag, der im Jänner eventuell in einen fixen Kontrakt übergeht.

Vermasselte Premiere

Für Paul George verlief seine Premiere bei den Los Angeles Clippers indessen nicht nach Wunsch. Der bedeutende Neuzugang, der nach Schulteroperationen die ersten elf Saisonspiele verpasst hatte, erzielte bei seinem Debüt zwar 33 Punkte, sein Team musste sich den New Orleans Pelicans aber auswärts mit 127:132 geschlagen geben. Die als Titelfavorit gehandelten Clippers halten bei einer Siegbilanz von 7:5. (art)