Zwei Tickets haben Österreichs Kletterer für die Olympia-Premiere ihrer Sportart schon fix in der Tasche, am Wochenende will Sandra Lettner nachziehen. Nachdem sich ihre Landsleute Jakob Schubert und Jessica Pilz im August bei den Weltmeisterschaften in Japan einen Fixplatz ergattert haben, geht es nun für die 18-Jährige um die Qualifikationsmöglichkeit. Sechs Tickets je Geschlecht sind zu haben.

Die Gewinnerin der Olympischen Jugendspiele 2018 wird beim IFSC Combined Qualifier Event von Pilz unterstützt, womit diese ein bei den Weltmeisterschaften gegebenes Versprechen einlöst. Teilnahmeberechtigt sind die Top 22 der Weltrangliste, um bereits qualifizierte Aktiven bereinigt. Lettner: "Ich fühle mich trotz der langen und intensiven Saison noch sehr frisch, bin motiviert wie nie und bereit, nun noch einmal alles zu geben, um mir meinen Traum von der Olympia-Teilnahme zu erfüllen."

Die Teilnahme Lettners an diesem olympischen Kombinationsevent und damit auch ihre Olympia-Chance stand allerdings an der Kippe, nachdem sie noch am 28. Oktober eine Startzusage erhalten hatte. Doch sechs Tage später wurde das wieder relativiert, bis vergangene Woche war die Lage ungeklärt. Hintergrund war, dass der Weltverband (IFCS) auf Intervention des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die Begrenzung von maximal zwei Teilnehmern je Land aufgehoben hat.

Damit dürfen nun in Frankreich sechs japanische Aktive antreten, obwohl die Olympia-Tickets für das Gastgeberland der Spiele womöglich schon vergeben sind. Wegen dieser Frage haben die Japaner den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) angerufen. Japan hat Weltmeister Tomoa Narasaki und Vize-Weltmeisterin Akiyo Noguchi fix dabei, gemäß IFSC-Richtlinien sind auch Kai Harada bzw. Miho Nonaka qualifiziert. Die Japaner bestehen aber darauf, ihre zweiten Tickets im Frühjahr selbst zu vergeben.

Lettner jedenfalls ist froh, dass zumindest mit ihrer Teilnahme alles klar ist. "Die Info, dass meine Teilnahme aufgrund der Regeländerung 'auf Eis' gelegt wird, war im ersten Moment niederschmetternd", sagte sie. "Das kostete Nerven und ging mental an die Substanz. Ich habe trotzdem versucht, ruhig weiter zu trainieren und mich nicht zu sehr mit der Situation zu beschäftigen. Ich habe in den letzten Wochen gut trainiert." Für sie geht es am Freitag in die Qualifikation, die Finalrunde ist für Sonntag angesetzt. (apa)