Es hat gewiss schon bessere Vorzeichen gegeben, unter welchen Österreichs Biathlon-Herrenteam in die neue Weltcupsaison gestartet ist. Aufgrund der Krankheiten von Simon Eder und Dominik Landertinger trägt Julian Eberhard beim zweiten Saisonrennen an diesem Wochenende in Hochfilzen noch mehr Last. Dass mit ihm vor allem in seiner Lieblingsdisziplin Sprint zu rechnen ist, hat er beim Weltcup-Auftakt in Östersund mit Rang neun bewiesen.

"Das war eine gute Standortbestimmung, das gibt Sicherheit", so Eberhard vor dem Abschlusstraining in Hochfilzen. In Schweden hätten bei zwei Schießfehlern nur Nuancen auf einen Spitzenplatz gefehlt. "Vielleicht kann ich das hier nachholen", meinte der 33-jährige Salzburger, der drei seiner vier Weltcupsiege in der schnellsten Disziplin über zehn Kilometer mit nur zwei Schießeinlagen geschafft hat. "Natürlich muss dafür alles passen, man braucht wahrscheinlich zehn Treffer, um ganz vorne dabei zu sein." 2018 hatte dem Saalfeldener als Sechster im Sprint und Vierter in der Verfolgung nicht viel auf seinen ersten Hochfilzen-Stockerlplatz gefehlt. Dass Eder und Landertinger - bei Letzterem wird am Renntag über ein Antreten befunden -, krank fehlen, sei schade. "Je stärker das Team, desto breiter die Brust, mit der wir hineingehen. Aber die Situation ist jetzt so, wir werden unser Bestes geben", so Eberhard.

Ein wichtiger Faktor im Sprint am Freitagnachmittag wird jedenfalls auch die Startnummer sein, da mit Niederschlag während des Rennens gerechnet wird. Deshalb könnte die Wahl der Startgruppe mitentscheidend sein. "Es wird extrem spannend. Kommt Regen, Schneefall oder bliebt es vielleicht noch aus, wir wollen uns durch unsere Ortskundigkeit bei der Wetterprognose einen Vorteil verschaffen", erklärte Eberhard. Die Prognose sei aber schwierig. "Wir glauben zu wissen, wie es wird."

Damen besser als Herren

Während die Herren Ausfälle zu verkraften haben, stehen die heimischen Biathletinnen besser da denn je. So haben Katharina Innerhofer, Lisa Hauser und Co. zu Saisonauftakt im schwedischen Östersund unerwartet stark abgeschnitten, die ÖSV-Herren blieben hingegen zum Teil deutlich hinter den höheren Erwartungen. "Wir haben uns den Auftakt sicher besser vorgestellt, es gab aber auch Lichtblicke. Vor allem bei den Damen haben wir teils sehr gute und vor allem mannschaftlich geschlossene Leistungen gesehen", meinte ÖSV-Chefcoach Ricco Groß im tief verschneiten Pillerseetal. Lokalmatadorin Hauser jedenfalls will nach etlichen Top-Ten-Ergebnissen endlich auch in Hochfilzen einen Topplatz holen. "Die größten Chancen sehe ich in der Verfolgung", sagte die 25-Jährige. (rel)