Unterpremstätten - da war doch was. Österreichischen Tennis-Fans hat sich der Ort in der Steiermark nahe Graz tief ins kollektive Gedächtnis gebrannt, seit dem legendären Daviscup-Duell Österreichs mit Deutschland ist der Name ein Begriff. Und auch wenn das Duell damals trotz dem Sieg Thomas Musters über Michael Stich - nach einem epischen Match mit 12:10 im fünften Satz - nach einer Niederlage Horst Skoffs verloren ging, und das "Unter" mittlerweile aus dem Ortsnamen verschwunden ist, soll der Geist der Vergangenheit in Sachen Tennis-Euphorie auch im kommenden März wieder durch die Schwarzlsee-Halle spuken. Dann nämlich, am 6./7. März, hat Österreichs Tennis-Team Uruguay zu Gast, es geht um nichts weniger als die Qualifikation für das Finalturnier des reformierten Bewerbs in Madrid. Schauplatz und Belag - gespielt wird auf einem Hartplatz ähnlich jenem in der Wiener Stadthalle - gab der heimische Verband ÖTV am Freitag bekannt - und stieß damit auf große Freude bei den Spielern.

"Ich als Steirer finde es mega, dass ich ein echtes Heimspiel haben werde. Die Stimmung wird super sein, ich freue mich schon total", meint Sebastian Ofner stellvertretend für seine Teamkollegen. Die Traglufthalle, die etwa 10 Kilometer südlich von Graz liegt, wird ein Fassungsvermögen von 5500 Fans haben, eine Aufstockung ist möglich. Diese wäre gegen die Südamerikaner aber wohl maximal nötig, sollte sich Dominic Thiem für ein Antreten entscheiden. Da der Weltranglistenvierte in der Woche danach aber in Indian Wells seinen Titel verteidigen muss, und davor schon in Südamerika ist, sind die Chancen auf ein Antreten nicht hoch. "Die Chance, dass er spielt, ist weniger als 50 Prozent", sagt Veranstalter und Thiem-Manager Herwig Straka.

"Chance auf die Champions League"

Sollte Österreich erstmals den Sprung zum neuen Finalturnier in Madrid schaffen, wäre Thiem fix dabei. "Dominic würde fix im Finale spielen, für Graz wird es schwer werden", so Straka. Der Steirer sieht aber auch ohne Thiem, eine "Riesenchance, dass Österreich erstmals in der Champions League des Tennissports präsent ist".

Daviscup-Kapitän Stefan Koubek kann bereits fix auf Ofner sowie das Doppel Oliver Marach/Jürgen Melzer setzen, die allesamt zugesagt haben. Nominiert hat der Kärntner neben Thiem im erweiterten Kader auch Dennis Novak, Lucas Miedler, Jurij Rodionov und Philipp Oswald. Uruguays mit Abstand bester Spieler ist Pablo Cuevas, die Südamerikaner sind ohnehin Sandplatzspezialisten.

Zudem wird eben in der Woche darauf in Indian Wells auf Hardcourt gespielt. "Wir sind zwar immer noch eine Sandplatz-Nation, aber mittlerweile sind alle Spieler auch auf Hardcourt super drauf", erklärt Koubek. (art/apa)