An jenem Tag, an dem die Olympischen Spiele 2016 vergeben wurden, leuchtete der Himmel in Rio de Janeiro voller Sterne: Zum ersten Mal sollten die Sommerspiele in dem bekannt sportverrückten Südamerika stattfinden, eine - damals - aufstrebende Nation damit weiter gestärkt werden. Doch es kam - wie so oft in der Geschichte Olympias - anders: Schon während der Vorbereitungszeit geriet Brasilien, das auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 ausrichtete, in arge finanzielle Schieflage; Korruptionsvorwürfe, die noch lange die Gerichte beschäftigten und beschäftigen, überschatteten die Bauvorhaben, die zusätzlich von etlichen Pannen, Verzögerungen und Kostenexplosionen begleitet waren.

Freilich, die Spiele selbst lieferten eindrucksvolle Bilder, doch sie verblassten zunächst angesichts der sozialen Umstände und danach angesichts der fehlenden Nachnutzung. Anstatt strahlender Bauten, für Generationen gemacht, hinterließen die Spiele in allererster Linie einen Schuldenberg, an dem die Bevölkerung teilweise noch heute leidet.11 Milliarden Euro haben die Spiele insgesamt gekostet, rund 6,7 Milliarden flossen in die Infrastruktur und die Städte, 1,77 in die Stadien.

Und jetzt das: Nicht einmal diejenigen Arenen, bei denen die Nachnutzung halbwegs funktionierte, können weiterhin besucht werden. Wegen Sicherheitsbedenken ordnete ein Gericht am Donnerstag bis auf weiteres die Schließung der noch in Betrieb befindlichen Stadien an. Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, der Stadtverwaltung bis zur Nachreichung der erforderlichen Zertifikate die Abhaltung von Sport-und Kultur-Veranstaltungen in den Stadien zu untersagen.

Der Richter folgte nun dieser Forderung: "Die Situation könnte zu Tragödien führen", sagte Eugenio de Araujo in einer der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Begründung. Die Stadtverwaltung kündigte Berufung an. Der letzte Akt in dem Drama um fünf Ringe dürfte damit also noch nicht geschrieben sein.