Die Topstars kamen weiter, zwei Überraschungen brachte er dennoch, der dritte Turniertag der Australian Open in Melbourne: Tommy Paul rang den als Nummer 18 gesetzten Grigor Dimitrow nach 4:19 Stunden nieder, sein US-Landsmann Tennys Sandgren verabschiedete mit dem Italiener Matteo Berrettini den ersten Top-Ten-Spieler. Mit Sandgren hat auch Österreichs Topstar Dominic Thiem vor zwei Jahren unliebsame Erfahrungen gemacht. Dieser bestreitet sein nächstes Match gegen den Lokalmatador Alex Bolt am Donnerstag in der Früh.

Davor hatten sich die Titelverteidiger Novak Djokovic und Naomi Osaka souverän in die dritte Runde der Australian Open gespielt. Der Djoker aus Serbien ließ trotz starkem Wind dem Wildcard-Spieler Tatsuma Ito beim 6:1, 6:4, 6:2 keine Chance. "Ich habe zu Beginn extrem gut gespielt", sagte Djokovic, der nun in Yoshitio Nishioka erneut auf einen Japaner trifft. "Bei diesen Bedingungen spielt man nicht nur gegen den Gegner, sondern auch gegen den Wind. Auch mein Aufschlag hat die ersten beiden Sätze sehr gut funktioniert."

Sandgren sorgte indessen erneut für eine Überraschung. Der 28-jährige Weltranglisten-100., der vor zwei Jahren in Melbourne unter anderem mit einem Fünfsatz-Sieg über Dominic Thiem sensationell das Viertelfinale erreicht hatte, rang nun den Weltranglisten-Achten Berrettini nieder. Nach 3:23 Stunden hieß es 7:6, 6:4, 4:6, 2:6, 7:5. Berrettini hatte zuletzt bei den US Open das Halbfinale erreicht.

Das Match von Sandgrens Landsmann Paul gegen den als Nummer 18 gesetzten Bulgaren Dimitrow verlief ähnlich: Auch hier gewann der Außenseiter die ersten beiden Sätze, der Favorit rettete sich in Satz fünf, doch am Ende siegte Paul noch mit 6:4, 7:6, 3:6, 6:7, 7:6. Das Tiebreak im fünften Satz wird beim ersten Major des Jahres im Champions-Tiebreak gespielt. Dimitrow hatte im Schluss-Satz schon mit 5:3 geführt, dann bei 5:4 aber das Rebreak zum 5:5 zugelassen.

Vorjahres-Halbfinalist Tsitsipas profitierte von der Aufgabe von Philipp Kohlschreiber. Der Deutsche, der seit diesem Jahr wieder vom Österreicher Markus Hipfl betreut wird, leidet an einer Bauchmuskelverletzung.

Gauff nun gegen Osaka

Auch bei den Damen sind die Stars weitergekommen. Nach der Weltranglisten-Ersten Ashleigh Barty aus Australien, Titelverteidigerin Osaka und Petra Kvitova zog auch Serena Williams sicher in die Runde der letzten 32 ein. Nach 78 Minuten hatte die 38-jährige US-Amerikanerin, die in Melbourne schon siebenmal triumphiert hat und ihrem 24. Major-Titel nachjagt, Tamara Zidansek mit 6:2, 6:3 ausgeschaltet.

Ihre erst 15-jährige US-Landsfrau Coco Gauff rang die Rumänin Sorana Cirstea 4:6, 6:3, 7:5 nieder, womit es nun zum Hit Gauff gegen Osaka kommt. Es ist eine Neuauflage des Duells zwischen der Linz-Siegerin und der Asiatin von den US Open. Die Partie hatte im vergangenen September vor allem wegen der sehr sportlichen Geste Osakas und dem Trost für den Teenager nach dem glatten Sieg für Schlagzeilen gesorgt.

Titelverteidigerin Naomi Osaka bekommt es nun mit der aufstrebenden US-Amerikanerin Cori Gauff zu tun. - © APAweb / afp, John Donegan
Titelverteidigerin Naomi Osaka bekommt es nun mit der aufstrebenden US-Amerikanerin Cori Gauff zu tun. - © APAweb / afp, John Donegan

Ihre Karriere vorerst verlängert hat auch Caroline Wozniacki. Die ehemalige Nummer eins, die nach den Australian Open ihre Karriere beendet, rang die als Nummer 23 gesetzte Dajana Jastremska mit 7:5, 7:5 nieder. Die 2018-Siegerin in Melbourne trifft nun auf die Tunesierin Ons Jabeur.

Sieg und Niederlage für die Österreicher im Doppel

Aus österreichischer Sicht gab es am Mittwoch einen Sieg und eine Niederlage: Oliver Marach, der mit dem Südafrikaner Raaven Klaasen als Nummer acht gesetzt ist, steht im Doppel nach einem 6:2, 4:6, 6:3 gegen Miomir Kecmanovic/Christian Ruud in der zweiten Runde. Für Philipp Oswald und dessen neuseeländischen Partner Marcus Daniel kam gegen das als Nummer sechs gesetzte Duo Marcel Granollers/Horacio Zeballos mit 4:6,4:6 hingegen das Aus.

Besonderes Augenmerk liegt aus österreichischer Sicht freilich auf der Partie Dominic Thiems. Er bestreitet am Donnerstag in der Früh (drittes Match nach 1 Uhr MEZ/ServusTV) seine zweite Runde. Der als Nummer fünf gesetzte Niederösterreicher trifft auf den Australier Alex Bolt, der mit einer Wild Card in den Bewerb gekommen ist und dort überraschend den spanischen Routinier Albert Ramos Vinolas ausgeschaltet hat. (apa)