Am Donnerstagabend hatte die spanische Polizei von einem Schlag gegen die Dopingmafia berichtet, der in seiner Dimension die sogenannte Operation Aderlass, die seit dem vergangenen Jahr vor allem Österreich und Deutschland erschüttert, in den Schatten stellt. Doch wie sich nun herausstellt, könnte auch in diesem Fall eine Spur nach Österreich führen. Denn die Kommunikation zwischen Käufern und Verkäufer des verbotenen Präparats EPO soll über eine österreichische Telefonnummer gelaufen sein, berichtet die spanische Zeitung "El Pais". Die Untersuchungen laufen freilich noch.

Insgesamt wurden nach dreijährigen Ermittlungen in Spanien 850 Spritzen mit EPO sichergestellt - es ist die größte Menge, die bisher in Europa beschlagnahmt wurde. Gegen sechs Verdächtige in Barcelona und Cadiz laufen Ermittlungen, erklärten die Behörden am Donnerstagabend. Einer der Verdächtigen soll in einer Klinik gearbeitet haben, aus der sich der Ring aus spanischen und serbischen mutmaßlichen Kriminellen mit dem Mittel eingedeckt haben soll.

Medien berichteten von 260 Sportlern, die dieses alleine im vergangenen Jahr über den Ring bezogen haben sollen. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Sportarten und verteilen sich über alle Leistungsniveaus, hieß es seitens der Polizei. Die Namen werden - zumindest vorerst - nicht bekannt, der Erwerb und Gebrauch gilt in Spanien nicht als strafrechtlich relevant, wird aber freilich sportrechtlich sanktioniert. Die Daten der internationalen Sportler werden daher zunächst an die Welt-Anti-Doping-Agentur respektive die nationalen Agenturen weitergeleitet. (art)