Der große Saisonhöhepunkt, Olympia in Tokio, ist noch in weiter Ferne, doch schon ab Montag geht es für Österreichs hoffnungsvollsten Sommersportverband um Medaillen: Bei der Segel-WM der 49er, 49erFX und Nacra 17 vor Geelong in Australien sind sieben rot-weiß-rote Boote im Einsatz, einige davon mit guten Medaillenchancen.

Bei der erst im Dezember vor Auckland absolvierten 2019er-WM landeten Benjamin Bildstein/David Hussl auf dem den Olympia-Quotenplatz bringenden sechsten Platz, die schon zuvor für Tokio qualifizierten Thomas Zajac/Barbara Matz wurden Achte.

Als Zweiter der Ozeanienmeisterschaften startete das Nacra17-Duo Zajac/Matz in Geelong das Olympiajahr, es ist damit auch Medaillenanwärter bei den Welttitelkämpfen. Das Teilnehmerfeld wird ähnlich sein; Flachwasser und voraussichtlich viel Wind warten, weshalb nicht der Lieblingsmasten zum Einsatz kommen wird. "Es ist sehr seicht, und bei viel Wind ist das Risiko einfach zu groß, dass der Mast bricht. Wir verwenden nun unseren zweitbesten Mast", erklärte Zajac.

Für junge Teams steht das Sammeln von Erfahrung im Vordergrund

"Sie haben sich schnell auf das Flachwasser und den drehenden Wind eingestellt. Eine WM ist immer wichtig, und wir haben auch das Potenzial, um mit einigen Booten ganz vorne reinzufahren", sagte OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid. Neben den arrivierten Gespannen sollen auch junge Teams Erfahrung sammeln, so Laura Farese/Matthäus Zöchling, die bei den Ozeanienmeisterschaften die U23-Wertung im Nacra 17 gewannen, oder Keanu Prettner/Jakob Flachberger im 49er.

Das 49er-Topteam Bildstein/Hussl ortete deutliche Fortschritte im Training, erwartet wird eine schwierige Regatta. "Wir müssen den Wind besser lesen als die anderen Teams. Wenn wir einen kühlen Kopf bewahren und die Nerven behalten, dann werden wir vorne dabei sein", sagte Vorschoter Hussl. Auch sie werden aus Sorge vor einem Mastbruch nicht das Top-Material auspacken.

Das dritte österreichische Boot mit einem Olympia-Quotenlatz ist der 49erFX mit Tanja Frank/Lorena Abicht. "Wir haben in den letzten Wochen und Monaten so viele Wasserstunden gesammelt wie nie zuvor. Wir sind nun startklar, gut vorbereitet und fest entschlossen, hier eine gute Leistung abzurufen", erklärte Abicht. Bei der letzten WM verpassten sie die Goldflotte, das ist ihr erstes Ziel. Mit dabei sind auch Angelika Kohlendorfer/Lisa Farthofer und Laura Schöfegger/Anna Boustani. (red/apa)