Sie ist Weltmeisterin und Österreichs Sportlerin des Jahres - und das in einer Sportart, in der das Land nicht unbedingt mit internationalen Topstars gesegnet ist. An diesem Wochenende greift Vanessa Herzog nun bei der WM in Salt Lake City wieder nach Edelmetall.

Das erste Gold sicherte sich indessen bei den Herren Ted-Jan Bloemen über 5000 Meter. In 6:04,37 Minuten verwies der Kanadier Rekord-Weltmeister Sven Kramer (6:04,92) auf den zweiten Platz - es war die 25. Medaille für den Niederländer bei einer Einzelstrecken-WM. Kramers favorisierter Landsmann Patrick Roest wurde disqualifiziert.

Herzog hat aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs nicht die Ausgangsposition wie vor einem Jahr in Bayern, eine Medaille am Samstag (22.22 Uhr MEZ) über 1000 Meter wäre gar eine große Überraschung. Im Weltcup über diese Distanz liegt sie nach vier von fünf Rennen auf Rang acht, ihre Top-Platzierung über 1000 Meter in diesem Winter war Rang zehn im November zum Auftakt in Minsk. Auf dem 500er sieht es für die Tirolerin mit Rang sechs nach fünf von acht Rennen schon besser aus.

Und das, obwohl sie in Minsk wegen einer Fehlstart-Disqualifikation punktlos geblieben war und als Folge daraus beim Weltcup in Tomaszow Mazowiecki in Polen in der B-Gruppe nicht voll punkten konnte. Seit Mitte Dezember landete Herzog aber mit den Rängen drei in Nagano und zuletzt in Calgary sowie Platz zwei im zweiten Nagano-Rennen dreimal in Serie auf dem Podest. Sie zählt damit in der Nacht von Freitag auf Samstag (1.09 Uhr MEZ) zum engsten Favoritinnenkreis.

Topfavoritin Nao Kodaira

Zusätzlich hat die Wahl-Kärntnerin ihr Potenzial zwischen den Weltcups in Japan und Kanada mit EM-Silber über die kürzeste Sprintdistanz in Heerenveen unter Beweis gestellt. Hatte Herzog damals Olga Fatkulina vor und Olga Golikowa unmittelbar hinter sich, zählen die Russinnen auch diesmal zu den ersten Medaillenanwärterinnen. Top-Favoritin ist aber wohl Nao Kodaira, die bei der Inzell-WM von Herzog besiegte Japanerin hat in Calgary über 500 und 1000 Meter gewonnen.

Herzog ist dazu bereit, wieder zuzuschlagen: "Ich kann es kaum mehr erwarten, endlich am Start zu stehen. Das Eis ist richtig schnell und gleitet gut. Da werden die Weltrekorde wohl purzeln am Wochenende." Es sind die insgesamt dritten auf dem super-schnellen Kurs in Utah stattfindenden Einzelstrecken-Weltmeisterschaften nach 2001 und 2007, auf deren Anreise von Calgary viele Aktive wie Herzog wegen einer Flugverschiebung verspätet angekommen sind.

"Ich sehe das als gutes Omen, denn im letzten Jahr war es in Inzell genauso", sagte Herzog. Im Februar 2019 war sie verspätet aus Hamar zu den Weltmeisterschaften angereist. Zweiter ÖESV-Teilnehmer bei diesen Titelkämpfen ist Armin Hager. Der Massenstart mit dem 25-jährigen Tiroler wird der letzte Bewerb des Wochenendes am Sonntag (22.43 Uhr MEZ) sein. In allen drei Konkurrenzen mit ÖESV-Beteiligung sind 24 Aktive dabei. (apa/art)