Die erfolgreiche Titelverteidigung ist Vanessa Herzog bei der Einzelstrecken-Eisschnelllauf-WM in Salt Lake City nicht gelungen. Über die Distanz von 500 Metern muss sie sich mit dem vierten Rang begnügen. Nur 16 Hundertstelsekunden fehlten ihr am Freitag auf einen Podestplatz.

Der favorisierten Japanerin Nao Kodaira gelang die Revanche für die WM 2019 in Inzell, wo sie hinter der gebürtigen Tirolerin gelandet war.

Die schon vor drei Jahren bei der WM erfolgreich gewesene Kodaira hatte im Paar vor Herzog die Bestzeit vorgelegt und die 36,69 Sekunden der Olympiasiegerin wurden in der Folge nicht mehr unterboten. Dahinter landeten mit Angelina Golikowa (36,74) und Olga Fatkulina (36,79) zwei Russinnen, die gemeinsam als Letzte aufs Eis gegangen waren. Fatkulina sicherte sich nach schwacher Startzeit mit einem starken Finish noch Rang drei.

Neue Chance über 1000 Meter

Herzog hätte wie von ihr zuvor prophezeit für einen Podestrang den von ihr selbst gehaltenen Österreichischen Rekord (36,83) brechen müssen, scheiterte allerdings bei diesem Versuch und kam nach 36,95 Sekunden ins Ziel. Nur die Top vier blieben unter der 37-Sekunden-Marke. Das war ein schwacher Trost. "Der vierte Platz ist halt genau das Ergebnis, das man bei einer Großveranstaltung überhaupt nicht haben will. Man muss aber anerkennen, dass die drei Medaillengewinnerinnen einfach besser waren", resümierte Herzog.

Am Samstag (22.22 Uhr MEZ) hat die 24-jährige gebürtige Tirolerin bei ihrer fünften WM-Teilnahme über 1.000 Meter eine weitere Chance, über diese Distanz sind ihre Medaillenchancen aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs allerdings geringer. Zu verteidigen hat Österreichs Sportlerin des Jahres 2019, die mit ihrem Manager und Trainer Thomas Herzog verheiratet ist, jedenfalls Rang zwei aus dem Vorjahr.

WM-Titel für Pawel Kulischnikow

Im 500-Meter-Herren-Rennen holte sich der Russe Pawel Kulischnikow zum dritten Mal auf dieser Distanz den WM-Titel. Silber ging an seinen Landsmann Ruslan Muraschow vor dem Japaner Tatsuya Shinhama. Neuen Weltrekord gab es da keinen, dafür allerdings über 10.000 Meter. Der Kanadier Graeme Fish markierte in 12:33,86 Minuten eine neue Bestmarke und unterbot den bisherigen Rekord von seinem Landsmann Ted-Jan Bloemen um 2,44 Sekunden. Bloemen landete vor dem Deutschen Patrick Beckert auf Rang zwei. (apa)