Ein Schmerz im Knie, und die schönste Planung kann über den Haufen geschmissen werden. Frag nach bei Roger Federer. Der Schweizer, der sich schon länger mit Knieproblemen herumschlägt, musste sich am Mittwoch einer Arthroskpoie unterziehen und fällt bis zur Rasensaison aus. Das gab der 38-Jährige auf Twitter bekannt. "Leider verpasse ich die Turniere in Dubai, Indian Wells, Bogota, Miami und die French Open", schrieb Federer.  Er könne es aber schon jetzt kaum erwarten, "bald" wieder zu spielen: "Wir sehen uns auf Rasen."


In der Zwischenzeit verliert er aber viele Punkte in der Weltrangliste, womit der knapp hinter ihm platzierte Dominic Thiem demnächst auf Platz drei zu finden sein wird. Der Australian-Open-Finalist spielt derzeit beim Turnier in Rio de Janeiro, bei dem er im Vorjahr überraschend zum Auftakt ausgeschieden ist. Achtelfinalgegner in der Nacht auf Freitag ist der Spanier Jaume Munar, die Nummer 99 der Welt.

Freude über die Verletzung Federers kommt freilich bei Thiem keine auf, hatte er doch selbst in seinem Auftaktspiel Schreckmomente zu überstehen gehabt. Bei der Landung nach einem Aufschlag hatte er plötzlich einen heftigen Schmerz im linken Knie verspürt. Nach einer Behandlung durch den Physiotherapeuten und ein paar weiteren Games der Unsicherheiten war das allerdings bald vorbei. "Ich hatte zum Glück noch nie etwas mit dem Knie. Deswegen war ich ein bisschen besorgt", sagte Thiem, nachdem er Felipe Meligeni bezwungen, die erste Besorgnis überwunden und das Achtelfinalticket gebucht hatte.

Eine mögliche Bruchlandung blieb dem Niederösterreicher nach seinem Höhenflug mit dem Australian-Open-Finale damit erspart. Den gestrigen Tag konnte er zum Trainieren nützen, in der Nacht auf Freitag (zweite Partie nach 23 Uhr) bekommt er es nun mit Munar zu tun. Der Spanier ist zwar als Nummer 99 der Welt und zweimaliger Verlierer in zwei Duellen gegen Thiem, seines Zeichens die Nummer vier, klarer Außenseiter, doch Thiem ist gewarnt. "Vor allem letztes Jahr hatte er viele enge, gute Partien gegen Topspieler knapp verloren. Deswegen steht er im Ranking ein bisschen schlechter da, als er es verdient hätte", sagt Thiem. Er selbst war mit seinem Auftreten in der ersten Runde zufrieden, wenn auch nach der Umstellung von Hartplatz auf Sand einige Kleinigkeiten noch nicht zu hundert Prozent funktionieren.

Zeit für den Feinschliff

Nach dem Turnier in Rio, das er 2017 gewonnen hat, steht Thiem allerdings schon wieder der nächste Belagwechsel bevor, allerdings hat er dann bis zum Turnier in Indien Wells ab 12. März genügend Zeit für Umstellung und Feinschliff.

Bezüglich der weiteren Turnierplanung will sich Thiem noch nicht allzu sehr festlegen, wie sein Manager Herwig Straka gegenüber der Austria Presse-Agentur sagte. So ist aktuell das Masters-1000-Turnier in Monte Carlo nicht im offiziellen Turnierplan. Allerdings ist ein Antreten möglich und auch gewünscht. "Nur weil es nicht drauf ist, ist es nicht so, dass er es nicht spielt. Man wird schauen, wie es in den nächsten Wochen geht. Bevor wir irgendwo absagen, ist es gescheiter, wir warten noch mit der Entscheidung", sagte Straka.

Ein Fixpunkt sind freilich die French Open, bei denen Thiem nach zwei Finalteilnahmen vom großen Coup träumt. Danach aber sei ebenfalls noch einiges offen. Was genau, wollte Straka nicht verraten. "Den Fehler, dass man sich jetzt schon committet, machen wir einfach nicht mehr", erklärte der Steirer. Schließlich kann alles auch ganz schnell ganz anders kommen. Frag nach bei Roger Federer.