Mit 17 Jahren spielte sie sich im Jahr 2004 als erste russische und drittjüngste Spielerin überhaupt erstmals in die Herzen der Tennisfans weltweit, mehr als 15 Jahre später beendet sie nun ihre Karriere - als fünffache Grand-Slam-Siegerin und ehemalige Nummer eins der Welt. Wie sie schon bei den Australian Open angedeutet hat, beendet Maria Scharapowa ihre Karriere im Tennis. Es war nicht nur eine der erfolgreichsten der vergangenen Jahre, sondern auch eine der schillerndsten. Denn Scharapowa wusste sich nicht nur mit ihrem Spiel, sondern auch mit ihrem Auftreten in Szene zu setzen.

Ihren Abschied verkündete Scharapowa, die auch als Geschäftsfrau Karriere machte, nun stilgerecht in einem Artikel für "Vogue" und "Vanity Fair": "Tennis - Ich sage auf Wiedersehen. Indem ich mein Leben dem Tennis gegeben habe, hat Tennis mir ein Leben gegeben. Ich werde es jeden Tag vermissen."

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"Wie eine Kuh auf Eis"

Scharapowa kam vor drei Jahren von einer 15-monatigen Dopingsperre zurück und hat nie wieder den Anschluss an die absolute Weltspitze gefunden. Die Russin ist eine von nur zehn Frauen, die den Karriere-Grand-Slam geschafft haben, also jedes Major-Turnier zumindest einmal gewonnen haben - und das, obwohl sie einmal über ihr Tennis auf Sand gemeint hatte, sie bewege sich dabei "wie eine Kuh auf Eis". Zweimal - 2012 und 2014 - hat sie dennoch die French Open gewonnen, dazu kommen neben dem Wimbledon-Sieg in jungen Jahren auch die Titel bei den US Open 2006 sowie Australian Open 2008.

2004 ging ihr Stern mit ihrem Sieg in Wimbledon auf - im Finale bezwang sie eine gewisse Serena Williams. - © APAweb / afp, Odd Andersen
2004 ging ihr Stern mit ihrem Sieg in Wimbledon auf - im Finale bezwang sie eine gewisse Serena Williams. - © APAweb / afp, Odd Andersen

Maria Scharapowa war aber stets auch eine Persönlichkeit, die polarisierte - und auch dadurch für Gesprächsstoff sorgte. Hielten die einen die Russin, die schon mit sieben Jahren in die USA in die Akademie von Nick Bollettieri auswanderte, für kapriziös, bewunderten sie die anderen für ihr Charisma. Jedenfalls wird sie trotz ihres Rückfalls auf eine Position jenseits der Top 350 als einer der großen Stars der Branche in Pension gehen - in einer Zeit, in der Spitzenspielerinnen kamen und gingen. Überhaupt könnte sich im Damentennis eine Zeitenwende abzeichnen. Auch Serena Williams - 2004 Finalgegnerin Scharapowas in Wimbledon - mittlerweile 38 Jahre alt und Mutter einer Tochter - wird nicht mehr ewig spielen, bei den Australian Open endete zuletzt auch die Karriere von Caroline Wozniacki, einer weiteren ehemaligen Nummer eins der Welt. Aktuell wird die Spitzenposition von der Australierin Ashleigh Barty gehalten.