In der Formel 1 ist kurz vor dem Saisonauftakt ein schwerer interner Konflikt ausgebrochen. Im Mittelpunkt stehen das italienische Ferrari-Team und der Weltverband FIA. Angeführt von Mercedes haben nun sieben der zehn Rennställe in einem öffentlichen Schreiben die FIA scharf angegriffen.
Diese hatte sich nach einer Untersuchung der umstrittenen sogenannten Power Unit von Ferrari auf einen Vergleich geeinigt und mitgeteilt, dass die Ergebnisse unter den beiden Parteien bleiben würden.

"Wir, die unterzeichnenden Teams, waren überrascht und geschockt", heißt es in dem gemeinsamen Statement von Mercedes, McLaren, Red Bull, AlphaTauri, Renault, Racing Point und Williams am Mittwoch. Eine internationale Sportbehörde habe die Verantwortung, mit den höchsten Ansprüchen an Führung, Integrität und Transparenz zu handeln.

Die Teams forderten die FIA auf, die Ergebnisse der Untersuchung offenzulegen. "Wir tun das im Interesse der Fans, der Teilnehmer und der Besitzer der Formel 1", wird betont. Sie würden sich zudem die Möglichkeit vorbehalten, rechtlich vorzugehen im Rahmen des dafür vorgesehenen Prozedere der FIA. In der vergangenen Saison waren immer wieder Stimmen laut geworden, dass Ferrari bei seinem Motor gegen Regeln verstoßen könnte.

Historische Dimension

Ungeachtet des Konflikts sowie der Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison auf Hochtouren. Schon am 15. März soll der erste Saisonlauf wie geplant in Melbourne stattfinden.

Die Vertreter der Formel 1 sowie des Weltverbandes konzentrieren sich lieber darauf - denn im Jahr vor dem großen Regel-Umbruch birgt diese WM historische Optionen. Lewis Hamilton kann 2020 durch einen siebenten Fahrertitel mit Rekordweltmeister Michael Schumacher gleichziehen, Max Verstappen und Charles Leclerc können mit jeweils 22 Jahren letztmals jüngster Weltmeister der Geschichte werden.

Wegen des Coronavirus umfasste der als Rekord angedachte WM-Kalender zunächst ohnehin nur 21 statt wie geplant 22 Rennen, weil das dritte Saisonrennen in China auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.

Ungeachtet der verschärften Einreisebestimmungen in Australien, Bahrain und Vietnam geht Mercedes nach sechs Fahrer- und Konstrukteurstiteln in Folge zumindest noch einmal vor der großen Umwälzung 2021 als Favorit in die Titeljagd. Während Serien-Weltmeister Hamilton erneut der große Gejagte ist, sieht sich Red Bull Racing als neue zweite Kraft. Noch nie in der Turbo-Hybrid-Ära war man mit dem Auto so früh fertig, dazu wird der Honda-Motor immer besser. Zudem wird Ferrari diesmal unter besonderer Beobachtung stehen. (red)