Sicher ist es stets von Vorteil, die Nummer drei der Weltrangliste im Daviscup-Team zu haben. Im Fall des österreichischen Aufgebots, das am Freitag und Samstag in Graz-Premstätten gegen Uruguay um den Aufstieg ins Weltgruppenfinale in Madrid spielt, will es aber halt nicht sein. Immerhin erfolgte die Absage des rot-weiß-roten Australian-Open-Finalisten bereits im Dezember, sodass Kapitän Stefan Koubek umdisponieren und in Sebastian Ofner einen Ersatz finden konnte - wenngleich dieser nun gar nicht zum Einsatz kommt.

Folglich gehen die Österreicher mit Dennis Novak, Jurij Rodionov und den beiden Doppel-Assen Oliver Marach und Jürgen Melzer in die Auseinandersetzung. Den Beginn im Einzel machen am Freitag (ab 15 Uhr) Novak gegen Martin Cuevas und Rodionov gegen Pablo Cuevas. "Er ist in einer guten Form und hat Selbstvertrauen", rechtfertigte Koubek am Donnerstag nach der im Kunsthaus Graz vorgenommenen Auslosung den Vorzug von Rodionov gegenüber dem Steirer Ofner. Beide waren nach einer Serie von Challengern auf Hartplatz in Übersee in die Steiermark gekommen, allerdings agierte Rodionov mit zwei Titeln und einem Halbfinaleinzug aus vier Turnieren weitaus erfolgreicher. "Ich werde alles für Österreich geben, ich bin in einer guten Form", betonte Rodionov und ließ keinen Zweifel daran, dass er in der Steiermarkhalle seinen ersten Daviscup-Sieg feiern will. Seine bisher einzigen beiden Einsätze hatte er vor einem Jahr in Salzburg gegen Chile, als es auch aufgrund seiner beiden Niederlagen nur zu einem 2:3 reichte. Nun ist wieder Madrid das Ziel, und diesmal fühlt sich die heimische Crew gut gerüstet. Hinzu kommt, dass die Spieler aus Uruguay als Sandplatz-Spezialisten gelten, weswegen als Untergrund für die Halle bei Graz Hartplatz gewählt wurde. Nichtsdestotrotz ist Pablo Cuevas als Nummer 60 der in der Weltrangliste klar am besten klassierte Spieler des Länderkampfes, jedoch fühlt sich außer Rodionov auch Novak für das Duell mit dem 34-Jährigen gerüstet. Das Match der beiden Nummer-eins-Spieler ist für Samstag angesetzt.

Doppel-Team Marach und Melzer klar Favorit

Los geht es da zunächst ab 13 Uhr mit dem Doppel, für das aufseiten der Österreicher wieder die Routiniers Marach und Melzer nominiert worden sind. Damit gibt es die gleiche ÖTV-Aufstellung wie gegen Chile. Melzer, der bereits seit den 1990er Jahren im Daviscup spielt, geht hier als Dienstältester in diese Begegnung.

Der 38-Jährige gab sich trotz der Abwesenheit von Thiem motiviert wie eh und je. "Im Prinzip ist es unser Ziel, am Ende des Jahres dabei zu sein", so Melzer. "Ich glaube, es ist angerichtet. Wir haben vom Platz her genau das, was wir uns gewünscht haben. Ich bin daher auch guter Dinge, dass wir die drei Punkte, die wir für Madrid brauchen, holen. Ich glaube, dass das ein gutes Wochenende für uns wird."

Auf dem Papier scheint die Situation tatsächlich günstig: Gegner von Marach/Melzer sind mit Ariel Behar und Pablo Cuevas der 72. und 111. der Doppel-Weltrangliste. Damit liegen beide klar hinter den Lokalmatadoren, Marach ist aber auf der Hut. "Wir wissen, dass Pablo sehr gut Doppel spielen kann. Aber der Belag ist sehr schnell. Ich hoffe, das kommt uns zugute. Wir müssen in das Doppel reingehen, als würde es gegen ein Top-Ten-Doppel gehen. Dann haben wir eine gute Chance."

Der Aufsteiger aus diesem Länderkampf ist gemeinsam mit elf weiteren Qualifikationsrunden-Siegern vom 23. bis 29. November dabei, wenn es erneut in Madrid zwischen 18 Ländern um den Daviscup-Titel geht. Titelverteidiger Spanien, die übrigen 2019-Halbfinalisten Kanada, Großbritannien und Russland sowie jeweils per Wildcard Frankreich und ATP-Cup-Gewinner Serbien haben ihr Ticket bereits sicher.(rel/apa)