Es war eine Pressemitteilung, die auf den ersten Blick fast ein bisschen trotzig wirkte: "We want to run", stand hier in großen Lettern quer über ein Bild von der mit Tausenden Läufern bevölkerten Reichsbrücke. Unter darunter: "Der Vienna City Marathon am 18. und 19. April 2020 wird sicher stattfinden, wenn nicht die maßgeblichen Behörden eine gegenteilige Entscheidung treffen." Angesichts der Tatsache, dass sich das Coronavirus auch in Österreich immer mehr ausbreitet, muss das letzte Wort damit aber noch nicht gesprochen sein.

Unter gewöhnlichen Umständen wäre eine Ankündigung, dass eine geplante Sportveranstaltung auch tatsächlich noch geplant ist, ohnedies keine Meldung wert. Doch von "gewöhnlich" und "geplant" kann in Zeiten des grassierenden Coronavirus SARS-CoV-19 schon lange keine Rede sein. Fußballspiele finden mittlerweile in vielen Stadien Europas ohne Zuschauer statt, Radrennen in Italien wie Mailand-San Remo, Tirreno-Adriatico und Giro di Sicilia wurden ersatzlos gestrichen.

Auch andere Bewerbe wurden schon ganz abgesagt oder verschoben - so auch der Marathon in Rom und jener in Paris. Letzterer soll nach derzeitigem Stand im Oktober nachgetragen werden. Ursprünglich hätte er am 5. April stattfinden sollen - nur zwei Wochen vor dem Vienna City Marathon.

Vertrauen in die Behörden

Die Frage, ob man auch in Wien an ähnliche Maßnahmen denkt, verneinen die Veranstalter allerdings. Zwar sei die Organisation insofern von den Gesundheitssorgen "berührt", als man in ständigem Kontakt mit den nationalen wie internationalen Gesundheitsbehörden stehe und "Adaptierungen" vornehme, man vertraue aber der Risikoeinschätzung des österreichischen Gesundheitsministeriums, bei der man die niedrigste und damit beste Bewertungsstufe erreicht habe, wie es heißt. "Wichtige Gründe dafür sind der Charakter als Freiluftveranstaltung mit Teilnehmern, die fit, gesund und großteils unter 60 Jahre alt sind, sowie ein seit Jahren erprobtes, umfassendes Gesundheits- und Sicherheitskonzept, das nun auch Maßnahmen zu Covid-19 integriert", wird Robert Fritz vom VCM Medical Centre zitiert.

Weiters wies man seitens des Veranstalters darauf hin, dass es derzeit in Österreich - anders als in anderen Ländern - kein behördliches Verbot zur Abhaltung von Großveranstaltungen gebe. Allerdings sind in einigen Bereichen die behördlichen Auflagen dermaßen gestiegen, dass Veranstalter keine andere Möglichkeit als eine Absage sahen. Beim Vienna City Marathon hat man damit offenbar keine Probleme. In Wien läuft's also - noch.