Die Saison hatte noch nicht einmal begonnen, da hatte die Coronavirus-Epidemie den Kalender schon durcheinandergewirbelt. Bisher war es aber nicht mehr als ein Phantom, dem man irgendwie noch glaubte, durch die Absage des China-Grand-Prix' und das Geisterrennen in Bahrain entkommen zu können. Doch wenige Tage vor dem Saisonstart mit dem Grand Prix in Melbourne am Wochenende ist es nun mit der Vogel-Strauß-Politik vorbei. Wie McLaren und Haas am Mittwoch bestätigten, gibt es unter den Mitarbeitern ihrer Rennställe insgesamt drei Verdachtsfälle. Sie befinden sich derzeit isoliert in ihren Hotelzimmern.

Es handle sich um Vorsichtsmaßnahmen, man warte nun auf die Ergebnisse der Tests. Dabei soll herausgefunden werden, ob sich die Mitarbeiter tatsächlich mit Sars-CoV-2 infiziert haben.

Der erste Formel-1-WM-Lauf der Saison soll am Sonntag (Start: 6.10 Uhr) gefahren werden. Angesichts der Coronavirus-Krise schränkt die Königsklasse den Kontakt zwischen Fahrern und Fans ein.

Wie der Veranstalter des Australien-Grand-Prix am Mittwoch mitteilte, werden die obligatorischen Autogrammstunden durch Interviews mit den Piloten ersetzt. Zudem sollen die Fahrer auf dem sogenannten Melbourne Walk auf Selfies und Autogramme verzichten. Durch mehr Distanz soll das Risiko einer möglichen Ansteckung mit Sars-CoV-2 minimiert werden.
Der Melbourne Walk ist die Zufahrt zum Fahrerlager auf dem Albert Park Circuit, wo Fans ihre Idole vor dem Eintritt in einen abgesperrten Bereich noch um Fotos oder Autogramme bitten können.

Unterdessen hat die Epidemie auch immer mehr Auswirkungen auf die an sich in den vergangenen Jahren florierende Formel E: Am Mittwoch wurde bekannt, dass auch der für den 6. Juni geplante ePrix in Jakarta nicht stattfindet. Die Entscheidung zur Absage des Rennens in der Hauptstadt Indonesiens fällte der örtliche Gouverneur nach Absprache mit den Organisatoren der Formel E, dem Internationalen Automobil-Verband FIA und dem nationalen Verband.

In Indonesien sind bisher knapp 30 durch das Virus verursachte Krankheitsfälle bestätigt.Es ist bereits das dritte Rennen der Serie für elektrobetriebene Autos, das wegen des Coronavirus nicht stattfinden kann. Die für den 21. März vorgesehene Lauf in der chinesischen Stadt Sanya ist verschoben, das Rennen in Rom, das am 4. April hätte stattfinden sollen, abgesagt worden. (red)