Der globale Sport ruht - ist aber in Sachen Corona-Krise nicht untätig. Während zuletzt im Stundentakt große Events, die in den nächsten Wochen und Monaten stattgefunden hätten, abgesagt wurden und nunmehr auch immer mehr Spitzensportler sowie Funktionäre als Covid-19-Patienten bekannt werden, gibt es weltweit Initiativen vom Sport für die gute Sache. Ein Überblick über die wichtigsten Anstrengungen:

Besonders im Fußball, wo gigantische (Transfer-)Summen im Spiel sind, wird in Krisenzeiten nicht auf die Allgemeinheit vergessen: So hat die deutsche Nationalmannschaft 2,5 Millionen Euro für soziale Zwecke gespendet und ihre Fans aufgerufen, sich ebenfalls zu engagieren. "Wir müssen in solchen Zeiten aufeinander schauen - wir haben uns auch unsere Gedanken gemacht und spenden für einen guten Zweck", sagte Kapitän Manuel Neuer. Als einer der ersten prominenten Figuren im Land des vierfachen Weltmeisters hat sich BVB-Boss Hans-Joachim Watzke dem angeschlossen und angekündigt, auf einen Teil seines Gehaltes zu verzichten. Laut "Kicker" soll - solange der Ball ruht - Watzke auf ein Drittel seines Salärs verzichten. Unklar ist freilich, ob und für wen Watzke die Summe spenden würde.

Nicht lumpen lässt sich auch der Weltfußballverband Fifa: Deren Boss Gianni Infantino kündigte eine Spende in Höhe von zehn Millionen US-Dollar (rund 9,1 Millionen Euro) an die Weltgesundheitsorganisation WHO zur Bekämpfung der Coronavirus-Krise an. "Die Welt steht vor einer beispiellosen gesundheitlichen Herausforderung, und es ist eindeutig eine globale und kollektive Reaktion erforderlich", sagte Infantino. In England ist derweil Hilfe zur Selbsthilfe angesagt: Der englische Ligaverband hat am Mittwoch ein kurzfristiges Hilfspaket in Höhe von 50 Millionen Pfund (54,99 Millionen Euro) vorgelegt, um den in den Fußballdivisionen unterhalb der Premier League angesiedelten Vereinen beizustehen.

Auch in anderen Weltsportarten beginnt sich eine Welle der Solidarität in Gang zu setzen: Wiewohl selbst nach einem positiven Covid-19-Test betroffen, will Basketball-Center Rudy Gobert von den Utah Jazz dem Hallen-Personal während der Unterbrechung der Saison helfen. Der erste offiziell bestätigte Fall der NBA möchte mehr als eine halbe Million US-Dollar spenden. Die Mittel sollen auch lokalen Sozialdiensten in Utah sowie dem französischen Gesundheitssystem zugutekommen. Auch American-Football-Star Russell Wilson von den Seattle Seahawks und seine Ehefrau Ciara haben am Mittwoch zugesagt, für von der Coronavirus-Pandemie im Raum Seattle Betroffene zu unterstützen - in Form von einer Million Mahlzeiten. Die Region im Bundesstaat Washington ist eine der hauptbetroffenen in den USA.

Von den Superstars im Fußball sind derlei Einzelinitiativen derweil noch nicht zu hören - immerhin gibt es von etlichen moralische Unterstützung und nicht minder wertvolle Aufrufe zum richtigen Verhalten. Lionel Messi nutzte seine Reichweite in den sozialen Netzwerken und appelliert an seine Fans, in der Corona-Krise zu Hause zu bleiben. "Es ist eine außergewöhnliche Situation, und Ihr müsst die Anweisungen von Gesundheitsorganisationen und Behörden befolgen. Nur auf diese Weise können wir es effektiv bekämpfen." Dazu postete Messi den Hashtag #bleibzuhause auf Spanisch und Englisch. "Es ist die beste Gelegenheit, die Zeit mit seinen Liebsten zu genießen", schreibt er unter sein Foto, dass ihn mit zwei seiner drei Söhne zeigt.

Klopapier-Gaberln

Damit aber zu Hause niemand sportlich verkümmert, gibt es mittlerweile etliche hilfreiche Programme: Größter Hit bei Kickern ist aktuell die Klopapier-Challenge, bei der mit dem derzeitigen Mangelprodukt zu "gaberln" versucht wird. Von Stars wie Jerome Boateng und Franck Ribery bis zum Kicker-Nachwuchs des Wiener Unterklasse-Vereins SC Pötzleinsdorf versucht man, die unförmige Rolle möglichst lange per pedes in der Luft zu halten. Wer eine zweistellige Zahl schafft, gehört schon zu den Guten.

Auf einem ähnlichen Feld agiert die "Ballschule Österreich", die mit ihrer (Gratis-)App in der Coronavirus-Krise insbesondere schulbefreiten Kinder daheim mit nützlichen Übungen unterstützen (und gleichzeitig Eltern in Homeoffice entlasten) will.

Auch die Fitness-Union Wien hat am Dienstag ein kostenloses Online-Sportprogramm gestartet, um die Bevölkerung beim Heim-Training zu unterstützen. Dort stehen verschiedene Übungseinheiten wie Power Circle, Gesundheitsgymnastik, Yoga sowie Einheiten für Kinder zum Abruf bereit. Es muss also nicht immer Passiv-Sport vor der Playstation sein.