Freizeitsportler sehnen den 1. Mai herbei. Dann wird nach Ankündigung von Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler vom Mittwoch auch wieder die Ausübung von bestimmten Sportarten im Freien möglich sein, deren Anlagen derzeit gesperrt sind. Betroffene Verbände wie Tennis, Golf und Pferdesport begrüßen die Öffnungen. Sport-Austria-Chef Hans Niessl gehen die Lockerungen aber noch nicht weit genug - er fordert solche auch für Hallensportarten, die ohne Körperkontakt auskommen.

"Das sind äußerst gute Neuigkeiten für den Tennissport. Das schöne Wetter lädt geradezu dazu ein, Tennis im Freien zu spielen. Wir sind also sehr froh und glücklich, uns zu jenen Sportarten zählen zu dürfen, die von den Lockerungen als Erste profitieren", sagte ÖTV-Präsidentin Christina Toth in einer Aussendung. Man sei sich aber bewusst, dass man verantwortungsvoll mit diesem Privileg umgehen müsse.

Generalseketär Thomas Schweda sagte der APA, man werde rasch Parameter erarbeiten, damit wieder ein geordneter Tennisbetrieb möglich sei. Wegen der nötigen Vorlaufzeit sei es jedoch schon jetzt nötig, die Plätze für den 1. Mai startklar zu machen. Das müsse von der Behörde noch klargestellt werden, damit es in diesem Bereich Rechtssicherheit gebe.

Alexander Antonitsch hat über seine Plattform gemeinsam mit rund 800 Klubs und zwei Gesundheitsexperten zehn "Gebote" erarbeitet, damit auf dem Platz alle Auflagen erfüllt werden können. Dazu gehört etwa, nur Einzel und kein Doppel zu spielen, Distanz beim Seitenwechsel und bei den Sitzbänken zu wahren, die Bälle eventuell zu markieren und nur die eigenen in die Hand zu nehmen, keine Klubräume mit Umkleideräumen zu nutzen sowie Online-Reservierung und nur Einzeltraining zu ermöglichen.

Golfverband "steht in den Startlöchern"

Golfverbands-Präsident Peter Enzinger sprach von einem sehr positiven Schritt. "Wir stehen in den Startlöchern", erklärte der ÖGV-Chef und hob nicht nur die Bedeutung für die rund 100.000 Mitglieder hervor, sondern nannte auch die wirtschaftliche Situation der Platzbetreiber mit rund 5000 Beschäftigten in diesem Bereich. Da würden "riesige Kosten" anfallen, ein Monat des Spielbetriebs sei ausgefallen. Deshalb hoffe man auf Unterstützung, um den Schaden in Grenzen zu halten.

Im Pferdesport werden Ausritte auch in Gruppen sowie Reitunterricht wieder möglich sein, wenn die weiterhin geltenden Regeln wie Abstand und Hygiene eingehalten werden. "Gut, dass unsere Pferdesport-Community und vor allem die Reitschulen und der Reitunterricht endlich eine Perspektive bekommen haben", erklärte Verbands-Präsidentin Elisabeth Max-Theurer. Der OEPS werde entsprechende vernünftige Empfehlungen für die einzelnen Bereiche zusammenstellen.

"Und was ist mit Tischtennis?"

Hans Niessl, der Präsident von Sport Austria (Bundes-Sportorganisation), bezeichnete den Ausstieg aus den Betretungsverboten für Breitensportanlagen als nachvollziehbar, vermisste aber einige Punkte. "Allerdings stellt sich die Frage, warum man nur diese Freiluftsportarten erlaubt und nicht auch Hallensportarten wie zum Beispiel Tischtennis und Badminton, bei denen automatisch ein großer Abstand gegeben ist. Selbstverständlich auch hier unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen", fragte Niessl in einer Aussendung. (apa)