Nach dem Fund eines Galgenstricks in der Garage des einzigen dunkelhäutigen NASCAR-Fahrers Bubba Wallace (26) haben sich andere Fahrer und Crew-Mitglieder mit ihm solidarisiert. In einer Prozession Dutzender Menschen schoben sie am Montag (Ortszeit) Wallaces Auto zum Start des Rennens auf dem Talladega Superspeedway im US-Bundesstaat Alabama, wie in einem Twitter-Beitrag von NASCAR zu sehen ist.

"Das ist wirklich unglaublich, und ich bin stolz, Teil dieses Sports zu sein", sagte der sichtlich bewegte Wallace dem Sender FOX Sports, nachdem er das Rennen in Amerikas beliebtester Motorsportserie auf dem 14. Platz abgeschlossen hatte.

Am Sonntag war in der Garage von Wallace am Talladega Superspeedway ein Galgenstrick gefunden worden. NASCAR verurteilte den Vorfall. Für Rassismus sei in der Rennserie kein Platz, hieß es in einer Stellungnahme. Mittlerweile ermitteln die Staatsanwaltschaft, die Bundespolizei FBI und das Justizministerium in dem Fall. "Unabhängig davon, ob Anklage erhoben werden kann, haben solche Aktionen keinen Platz in unserer Gesellschaft", teilte das Ministerium mit.

Der 26-jährige Wallace setzt sich für die Bewegung "Black Lives Matter" ein und hatte sich für ein Verbot der Konföderiertenflagge bei NASCAR-Veranstaltungen ausgesprochen. Die Konföderierten Staaten im Süden der heutigen Landesgrenzen hatten im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) gegen den Norden gekämpft und sich gegen die Abschaffung der Sklaverei und gegen mehr Rechte für Schwarze gewehrt. Kurz nach Wallaces Forderung wurde die Flagge, die in den Augen vieler US-Bürger ein Symbol für Rassismus darstellt, auf NASCAR-Veranstaltungen verboten.

Eklat auch im englischen Fußball

 Weltweit hatten sich Sportler in bisher selten dagewesener Eintracht mit der Black-Lives-Matter-Bewegung nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd solidarisiert. Dass dies nicht allen gefällt, bewies ein Zwischenfall im englischen Fußball am Montagabend. Beim 5:0-Sieg des englischen Meisters Manchester City gegen Burnley ist es nämlich zu einem Eklat gekommen. Kurz nach dem Anpfiff flog ein Flugzeug mit einem Banner mit der Aufschrift "White Lives Matter - Burnley" (Weiße Leben zählen - Burnley) über das Etihad-Stadion.

Die Spieler beider Klubs waren vor dem Anpfiff am Mittelkreis niedergekniet, um ihre Unterstützung im Kampf gegen Rassismus zu demonstrieren. Der Slogan "Black Lives Matter" steht auch auf den Trikots aller Premier-League-Teams und ersetzt die Spielernamen.
"Ich schäme mich und bin peinlich berührt", sagte nach dem Spiel Burnleys Kapitän Ben Mee. "Diese Leute müssen im 21. Jahrhundert ankommen und sich bilden."

Burnley verurteilte noch während des Spiels die Aktion ausdrücklich. "Wir möchten klarstellen, dass diese Leute bei uns nicht willkommen sind. Dies ist in keiner Weise das, wofür der Burnley Football Club steht, und wir werden eng mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Verantwortlichen zu identifizieren und lebenslange Verbote zu erlassen", hieß es in einer Erklärung.

Burnley stehe voll hinter der "Black Lives Matter"-Initiative der Premier League: "Wir entschuldigen uns vorbehaltlos bei der Premier League, bei Manchester City und bei allen, die zur Unterstützung von Black Lives Matter beitragen." Wer das Flugzeug und das Banner organisiert hat, war zunächst nicht bekannt. (apa/dpa)