Er wollte der Welt zeigen, dass die Pandemie in Europa ohnehin schon ausgestanden und Tennis ohne strenge Auflagen sicher sei - doch nun ist die Adria-Tour des serbischen Weltranglistenersten Novak Djokovic völlig zum Fiasko geworden - auch für ihn persönlich. Denn nach Grigor Dimitrow, Borna Coric und Viktor Troicki ist er selbst schon der vierte Teilnehmer der Veranstaltung, bei der auf sämtliche Abstands- und Hygieneregeln verzichtet worden war, der einen positiven Sars-CoV-2-Test abgegeben hatte, wie er selbst am Dienstag bekannt gab. Zudem gibt es Fälle in den Betreuerstäben der Spieler.

Auch Dominic Thiem hatte an der Serie teilgenommen, das erste Turnier in Belgrad vor eineinhalb Wochen gewonnen und danach mit Bildern von ausgelassenen Partys für Aufregung gesorgt. Thiem ist nach seinem jüngsten Aufenthalt in Nizza wieder in Österreich zurück und hat mittlerweile drei negative Tests hintereinander abgegeben.

Djokovic muss sich nun wegen der Organisation der Turnierserie und seines laxen Umgangs mit der Pandemie nicht nur mit seiner persönlichen Gesundheitssituation - auch seine Frau wurde positiv getestet -, sondern auch mit Kritik bis hin zur Schadenfreude auseinandersetzen. Er selbst rechtfertigte sich auf seiner Homepage. Er habe die Serie nach bestem Wissen und Gewissen ins Leben gerufen, um Spenden zu sammeln - und "zu einem Zeitpunkt, als das Virus geschwächt schien und wir der Meinung waren, alle Maßnahmen getroffen zu haben", schrieb er. "Aber leider ist das Virus immer noch da, und das ist eine neue Realität, mit der wir umzugehen haben." Es tue ihm leid, wenn Schaden entstanden sei. "Ich hoffe, es geht allen gut." (art)