Schlag auf Schlag ging es zuletzt vor allem bei den bestätigten Infektionen. Nach der von Novak Djokovic veranstalteten Adria-Tour, bei der auf sämtliche Hygiene- und Sicherheitsregeln gepfiffen worden war, hagelte es positive Tests bei Spielern und Beteiligten - und Kritik von Außenstehenden sowie gegenseitige Schuldzuweisungen. Nach Grigor Dimitrow, Borna Coric, Viktor Troicki und Djokovic selbst gab am Freitag auch dessen Trainer Goran Ivanisevic einen positiven Test auf das Coronavirus Sars-CoV2 ab. "Leider habe ich, nach zwei negativen Rückmeldungen in den vergangenen zehn Tagen, gerade das Ergebnis des dritten Tests bekommen, und das ist positiv", schrieb der frühere Tennisprofi bei Instagram. Er fühle sich gut und zeige keine Symptome, ergänzte er.

Es ist jedenfalls aufgrund der hohen Aufmerksamkeit und der durch die Adria-Tour aufgekommenen Skepsis keine einfache Zeit für die Organisatoren von Tennis-Turnieren - und doch zugleich vielleicht auch die Gelegenheit, wieder positive sportliche Schlagzeilen zu schreiben. Dominic Thiem, der selbst am Donnerstag mit reichlicher Verspätung eine Entschuldigung für sein Verhalten während der Adria-Tour, auf deren erster Station er in Belgrad triumphiert und ausgelassen gefeiert hatte, abgeliefert hatte, machte tags darauf den ersten Schritt dazu. Der niederösterreichische Weltranglistendritte besiegte im Finale der Austrian Pro Series den Burgenländer David Pichler klar mit 6:2, 6:0.

David Pichler verteidigt nach der Niederlage gegen Thiem den Staatsmeistertitel. - © apa/Georg Hochmuth
David Pichler verteidigt nach der Niederlage gegen Thiem den Staatsmeistertitel. - © apa/Georg Hochmuth

Nun geht es auch im nationalen wie internationalen Tennis Schlag auf Schlag weiter. Am Wochenende tritt Thiem bei einem Einladungsturnier in Nizza, dem Ultimate Tennis Showdown, bei dem mit neuartigem Format gespielt wird, an, ab 7. Juli steht dann das von ihm selbst ins Leben gerufene "Thiem’s 7" in Kitzbühel auf dem Programm - das allerdings nach den positiven Coronavirus-Tests auf wackeligen Beinen.

Staatsmeisterschaften mit Topbesetzung

Während Thiem daher bei den österreichischen Staatsmeisterschaften, die am Freitag eröffnet wurden, fehlt, zieht es den Rest der heimischen Elite bei Herren wie Damen nun ins Mittelburgenland nach Oberpullendorf. Dort werden bis 4. Juli bei den bestbesetzten Titelkämpfen der vergangenen Jahrzehnte die heimischen Meister in Einzel wie Doppel gekürt - und Preisgelder in Rekordhöhe von 40.000 Euro ausgeschüttet. Der burgenländische Lokalmatador und Austrian-Pro-Series-Finalist Pichler ist Titelverteidiger, einfach wird es aber nicht. Bis auf Thiem ist das gesamte heimische Daviscup-Team mit Dennis Novak, Sebastian Ofner, Jurij Rodionov und Co. vertreten. Ab 1. Juli, wenn die neue Verordnung des Gesundheitsministeriums in Kraft tritt, sind auch bis zu 500 Zuschauer zugelassen, für die Semifinali sowie Finali ist erstmals Eintrittsgeld vorgesehen. Nach den Ereignissen auf der Adria-Tour ist man freilich vor allzu großer Euphorie gewarnt.(art)