Es waren aufregende Wochen im Leben von Dominic Thiem: zuerst die Verlegung seines Trainingsstützpunkts nach Alt-Erlaa, dann der Turniersieg bei der Adria-Tour, die mit den auf Social Media wohldokumentierten Feierlichkeiten vverbundene Kritik, schließlich die positiven Sars-CoV-2-Tests einiger seiner Kollegen samt Novak Djokovic. Zuletzt aber ist es still um den Weltranglistendritten geworden. Die Staatsmeisterschaften in Oberpullendorf, bei denen bei den Damen Julia Grabher und bei den Herren sein Trainingspartner und Kumpel Dennis Novak triumphiert hatten, ließ der Niederösterreicher aus, um sich auf das von ihm selbst mitorganisierte "Thiem’s 7" in Kitzühel vozubereiten. Es war allerdings nur scheinbar die Ruhe vor dem Sturm. Aufgrund der positiven Tests musste er mit Absagen umgehen - und umdisponieren. "Aber es hat Spaß gemacht", versichert Thiem. "Ich habe das erste Mal erlebt, ein bisserl in der Organisation dabeizusein, die Spieler anzurufen und zu fragen, ob sie kommen." Gefolgt sind dem Ruf der Russe Andrej Rublew, der Deutsche Jan-Lennard Struff, die am heutigen Dienstag (13 Uhr) die Auftaktpartie bestreiten, der Norweger Casper Ruud, der im Anschluss gegen Thiem selbst zum Schläger greift, sowie der Weltranglistenachte Matteo Berrettini, Roberto Bautista Agut, Karen Chatschanow sowie Staatsmeister Novak, die in der anderen Gruppe um den Aufstieg ins Semifinale spielen. Zusätzlich gibt es als Rahmenprogramm noch ein kleines Österreicher-Turnier unter anderem mit Sebastian Ofner, Lucas Miedler und Jurij Rodionov. Die Hauptspiele werden live auf Servus TV übertragen, als internationaler Partner konnte Eurosport gewonnen werden. Für Thiem, der danach noch bei einem Schauturnier in Berlin dabei sein wird, ist es auch eine Möglichkeit, sich unter Matchbedingungen auch wieder mit der Höhenlage in Kitzbühel vertraut zu machen, wo im September die "regulären" Generali Open stattfinden sollen - und eine emotionale Rückkehr. Schließlich hat er im Vorjahr im Alpenmekka gewonnen. "Natürlich ist es auch das erste Mal in Kitzbühel seit dem emotionalen Triumph letztes Jahr", bestätigte er jüngst im ORF. Thiem sieht diese aus der Corona-Krise heraus entstandene Idee als "lässige Challenge". "Mein Vater Wolfgang ist als sportlicher Leiter mit dabei, und viele Kitzbüheler stehen hinter diesem Projekt", meinte er.

Der diesjährige Australian-Open-Finalist weilt bereits seit Samstag in Kitzbühel. "Es ist einfach fantastisch, wieder hier zu sein. Ich bin bei bestem Wetter angekommen und habe schon eine gute Trainingseinheit absolvieren können. Jetzt gilt es, mich auf die Höhenlage einzustellen", erklärte Thiem. Zudem freue er sich schon sehr darauf, einige Spieler wiederzusehen. "Die meisten von ihnen habe ich immerhin seit März, seit Indian Wells, nicht mehr getroffen."


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Thiem's 7
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In Zeiten der Corona-Krise gibt es umfangreiche Hygiene- und Schutzmaßnahmen, allerdings werden in Kitzbühel für jede Session (es gibt eine Tages- und eine Abend-Session) je 500 Zuschauer zugelassen. Aktuell gibt es bei teils auch recht hohen Preisen noch Tickets für alle Tage.

Sämtliche Mitarbeiter, die in engem Kontakt mit Spielern und Zuschauern stehen, wurden und werden ebenso wie alle Spieler auf das Coronavirus getestet. Bisher sind alle Tests negativ verlaufen, teilten die Veranstalter am Montag mit.(art/apa)