Bernd Wiesberger und Matthias Schwab (beide Europa-Tour) sowie Sepp Straka (US-PGA-Tour) sind Österreichs aktuelle Beiträge auf den zwei wichtigsten Turnierserien im Golf. Vielen talentierten ÖGV-Spielern blieb der Aufstieg in die Topliga verwehrt, doch aus dem Amateurlager drängen immer wieder Kandidaten nach. Während die Top-Stars der heimischen Szene, die kommende Woche auf der US-PGA-Tour engagiert sind, beim wichtigsten Turnier in Österreich, den Austrian Open in Atzenbrugg, ab Donnerstag fehlen, ergibt sich für die anderen die Chance, sich ins Rampenlicht zu spielen. Maximilian Steinlechner und Niklas Regner zählen dazu - und ihre Karrieren zeigen, welch unterschiedliche Wege nach oben führen können.

Für Steinlechner ist es bereits das dritte Antreten, 2018 hat er den Cut um nur einen Schlag verpasst. Bei der Amateur-EM im Diamond Country Club im Vorjahr wurde er Dritter. Regner hat in den heimischen Turnieren nach der Corona-Pause aufgezeigt und sich den Staatsmeistertitel gesichert.

ÖGV-Sportchef Niki Zitny traut beiden viel zu. "Sie haben jegliches Potenzial, um auf der Tour Fuß zu fassen", sagte der Ex-Profi der Austria-Presse-Agentur. Der Tiroler Steinlechner erhielt im Vorjahr ein Stipendium der North Carolina State University in Raleigh, absolviert dort ein Studium der Betriebswirtschaftlehre und ist als einziger Europäer eines von neun Mitgliedern des Golf-Teams. Der Steirer Regner hat dem Golf den Vorzug vor dem Skisport gegeben - er war mehrfacher Schüler-Staatsmeister - und sich nach dem Schulabschluss voll seinem Sport verschrieben. Der 21-Jährige arbeitet mit Verbandstrainer Dominic Angkawidjaja und darf sich ab Jänner über die Absicherung als Heeressportler freuen. Steinlechner wählte den gleichen Pfad wie Schwab und wie der schon als junger Teenager in die USA übersiedelte Straka. Der Innsbrucker hatte sich bei mehreren Unis in den USA vorgestellt. "Entschieden habe ich mich dann anhand der Coaches. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Wahl", betont Steinlechner.

Wegen der Pandemie ist er seit Mai zuhause und trainiert meist alleine in seinem Club Innsbruck-Igls. Und er schwärmt von den optimalen Bedingungen in den USA. "Dort kann ich mich gut entwickeln, es gibt gute Plätze und gute Trainer." Die Austrian Open sehe er als Chance, Erfahrung zu sammeln. "Mit solidem Spiel kann ich den Cut schaffen. Das ist eines der Ziele. Schlussendlich will ich auf der European Tour spielen", erklärt Steinlechner.

Der Liezener Regner hat auf der viertklassigen Pro Tour gespielt und wollte im Herbst als Neo-Profi die Tour School, die Qualifikation für die Europa-Tour, bestreiten. Die wurde heuer abgesagt, doch das Ziel des 21-Jährigen ist nur aufgeschoben. Auch er will in die Europa-Tour. Zitny ist sicher, dass beide Wege zum Ziel führen können. Jenen in der Heimat haben Wiesberger und früher Markus Brier, Österreichs erster Sieger auf der Europa-Tour, gewählt. "Es kommt darauf an, wie ich am besten den nächsten Entwicklungsschritt setzen kann", weiß Zitny.

Ryder Cup wohl erst 2021

Unterdessen dürfte beschlossene Sache sein, was schon länger vermutet wurde: dass nämlich der Ryder Cup nicht heuer im September in Wisconsin, sondern erst ein Jahr später zur Austragung kommt. Laut dem TV-Sender ESPN soll er nun 2021 zum Termin des Presidents Cup ausgetragen werden. Dieser Wettkampf zwischen US-Golfern und Profis aus anderen Teilen der Welt außer Europa finde entsprechend auch erst ein Jahr später statt.