Der Weltranglistendritte Dominic Thiem ist der einzige Österreicher im Halbfinale des Kitzbüheler Tennis-Einladungsturniers "Thiem's 7". Das stand bereits vor seinem Sieg gegen den Deutschen Jan-Lennard Struff nach 83 Minuten mit 6:4,7:6(3) fest. Thiem zeigte sich neuerlich in prächtiger Spiellaune. Der 26-jährige Niederösterreicher, der in der Coronapause laut eigenen Angaben zwei bis drei Kilo an Muskelmasse zugelegt hat, hatte gegen den aufschlagstarken Deutschen nur wenig Mühe. 

"Das waren drei sehr gute Matches in der Gruppenphase. Heute wieder ein komplett anderes Spiel als gestern, sicher zehn Grad wärmer", konstatierte Thiem, der immer noch eine "weiße Weste" in Kitz hat. Körperlich gehe es ihm gut. "Ich habe ja viel gemacht, vor allem in den ersten Wochen vom Corona-Lockdown." Thiem trifft nun am Freitag im Halbfinale entweder auf Matteo Berrettini (ITA-2) oder Roberto Bautista Agut (ESP-3).

Für Novak gab es nichts zu holen

Dennis Novak unterlag dagegen in Pool B zum Auftakt des Donnerstag-Programms Roberto Bautista Agut glatt 0:6, 1:6. Dieses Spiel war ein "Endspiel" um ein Halbfinal-Ticket. Novak hatte sich diese Chance am Mittwoch mit einem 6:1, 6:4 gegen den Russen Karen Chatschanow erarbeitet. Und während der 26-Jährige auch am Dienstag bei der Niederlage gegen den Italiener Matteo Berrettini ganz ansehnlich gespielt hatte, lief gegen Bautista gar nichts zusammen. Der Weltranglistenzwölfte packte sein solides Spiel aus, ließ kaum etwas zu. Der Lokalmatador hingegen konnte sich nach schwachem Beginn hingegen nicht mehr erfangen.

"Zu wenig Variation"

"Es waren am Anfang einfach zu viele Fehler von mir, und dann ist er immer besser reingekommen", analysierte Novak auf ServusTV. "Ich wollte aggressiv spielen, aber bei mir hat nicht viel zusammengepasst. Er war in allen Belangen besser." In der Satzpause war Österreichs Nummer zwei nicht bereit, ein mögliches Coaching von Julian Knowle zu konsumieren. "Dennis hat es nicht geschafft, Bautistas Rhythmus zu brechen. Es ist zu wenig Variation passiert", wusste der Vorarlberger.

Novak erkannte nach dem Ausscheiden aber, dass ihm viele Matches auf diesem Niveau (es ging für ihn ausschließlich gegen Top-15-Spieler, Anm.) sehr viel bringen. Knowle möchte mit seinem Schützling daran arbeiten, den Aufschlag konstanter gut zu bringen und mehr Druck in den Grundschlägen zu haben. "Da muss Dennis schauen, dass er noch mehr Waffen entwickelt." Nach ein paar Tagen Pause hänge der weitere Fahrplan Novaks davon ab, ob die US Open ab Ende August stattfinden oder nicht. (apa)