Valtteri Bottas hat es in seiner Hand und könnte am Sonntag in Österreich Formel-1-Geschichte schreiben. Der finnische Mercedes-Sieger vom vergangenen Sonntag wäre mit einem neuerlichen Erfolg sieben Tage später beim Steiermark-Grand- Prix der erste Pilot, der in einem Jahr auf gleicher Strecke zwei Mal gewonnen hat. Die Chancen stehen gut, denn Bottas gilt als Spezialist für den Red-Bull-Ring.

Dass Bottas nun diese Chance bekommt, liegt freilich an der Covid-19-Situation und dass dadurch zum Saison-Auftakt zwei Rennen ohne Fans in Österreich in Folge stattfinden. Mercedes gilt alleine aufgrund der Trainings-Dominanz vergangene Woche erneut als Favorit, kämpfte im Auftakt-Rennen aber mit Problemen. "Wir hatten Riesenglück, das Rennen zu beenden", sagte Teamchef Toto Wolff. Aber auch Mercedes tritt aus diesem Grund am Sonntag mit überarbeiteten Autos an. "Wir werden neue Teile einsetzen, um unsere Situation zu verbessern", betonte Wolff. Der 48-jährige Wiener hatte schon lange vor den beiden Österreich-Rennen geahnt, dass die Zuverlässigkeit der Autos beim verspäteten WM-Beginn eine große Rolle spielen würde. Tatsächlich waren am Sonntag nur 11 von 20 Piloten ins Ziel gekommen.

Fotostrecke 6 Bilder

Kein Copy and Paste

Einfach Kopieren gilt also für die Teams eher nicht. "Es gibt immer noch viele Unbekannte", warnte Wolff und tippte auf ein neuerlich spannendes Rennen. Ins Zeug legen sollte sich auch Lewis Hamilton. Der Weltmeister muss sich vor allem eines: mehr disziplinieren. Die Rückreihung in der Startaufstellung sowie die Zeitstrafe im Finish des ersten Rennens ließen ihn letztlich nur auf Platz vier in die Wertung kommen. Für den nach dem Training klaren Rennfavoriten war das eine herbe Enttäuschung.

Das galt natürlich auch für Sebastian Vettel. Nach Platz zehn beim Eröffnungsrennen lüftete der Deutsche seinen Kopf in den steirischen Bergen aus, wo er ja seit Jahren eine Alm besitzt. Ferrari wird nun zwar doch schon in Österreich technisch nachlegen und nicht wie geplant erst in Ungarn. Ob er zeigen kann, dass er mit 33 Jahren noch nicht zum alten Eisen gehört, wird sich zeigen. Aufgegeben habe er noch lange nicht, versicherte Vettel am Montag nach dem Rennen in Servus TV. Im Gegensatz zu vielen Vermutungen lasse er sich nach dem sicheren Ende bei Ferrari zum Saisonende sehr wohl alle drei Optionen offen, also auch jene eines Auszeit-Jahres. Das hat ihm mittlerweile auch Helmut Marko nahegelegt. Red Bulls Mastermind stellte am Donnerstag gegenüber "Auto, Motor und Sport" unmissverständlich klar: "Bei uns ist kein Platz für Vettel." Der Deutsche glaubt aber nach wie vor an die Chance, nächstes Jahr an ein Siegerteam andocken zu können. "Der Motorsport ist mein Leben. Ich möchte es nicht missen und fühle mich im Auto zu Hause", sagte Vettel.(apa/rel)