Kaum ist das Rennen in Spielberg vorüber, blicken die Fahrer und ihre Teams schon dem Rennen in Budapest, Ungarn, entgegen. Der vergangene Rennsonntag war geprägt von einem Doppelsieg der Silberpfeile, einem Doppel-Aus von Ferrari und einem neuen Streckenrekord von McLaren.

Aufregung gibt es aber schon jetzt wegen des Rennens in Budapest am kommenden Sonntag: Bei Verstößen gegen die Covid-19-Vorgaben drohen Geldstrafen bis zu 15.000 Euro oder sogar Freiheitsentzug. Personen mit britischem Pass dürfen mit der lokalen Bevölkerung nicht zusammentreffen. Außerdem dürfen Briten nur mit einer speziellen Einladung der Regierung ins Land einreisen und müssen Datum und Ort der Einreise vorab melden. Sieben der zehn Teams und die Mehrheit der mitreisenden Medienvertreterinnen und Medienvertreter kommen aus Großbritannien. Das bedeutet, dass ein Großteil des GP-Trosses davon betroffen ist.

Die Bilanz von Spielberg

Nicht betroffen von Vorschriften werden wohl die Einschaltquoten in Ungarn sein. Diese waren in Spielberg jedenfalls sensationell: Insgesamt 2,592 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer waren vom 2. bis 12. Juli via ORF live dabei, das sind 34 Prozent der heimischen TV-Bevölkerung ab 12 Jahren. Das erste Rennen am Sonntag, dem 5. Juli, sahen bis zu 669.000 Fans. Der Große Preis der Steiermark am Sonntag, dem 12. Juli, erreichte bis zu 764.000 Seherinnen und Seher.

Auch der Werbewert für Spielberg ist groß. Mit Neuerungen wie dem virtuellen Green Carpet, einer interaktiven Fan-Tribüne und ferngesteuerten Butlerwägen bei der Siegerehrung waren weltweit alle Augen auf Spielberg gerichtet. Prokurist Gustav Fenz ist sehr zufrieden mit den beiden Rennwochenenden, meinte auch, dass das Sicherheits- und Gesundheitskonzept der Formel 1 in Spielberg auch anderswo einsetzbar wäre. "Das Konzept ist sehr ausgeklügelt. Viele haben mitgeholfen, es zu entwickeln."

Das Wichtigste jedoch ist eines: Unter den rund 8600 durchgeführten Corona-Tests war kein einziger positiv. "Ich klopfe auf Holz", sagte Formel-1-Sportchef Ross Brawn. "Bisher ist alles gut gegangen, aber wir dürfen nicht nachlässig werden."

Wie es nun am Red-Bull-Ring weitergeht? Ein drittes Formel-1-Rennen wird es sicher nicht geben. Die Strecke ist bis November ausgebucht, als Nächstes steht die MotoGP an, welche im August zwei Wochen in der Steiermark gastiert. Wieder sollen Schleusen, Einbahnsysteme, Teststationen und vieles mehr zum Einsatz kommen. "Wir glauben aber, dass die MotoGP etwas leichter zu handeln sein wird, weil wir doch weniger Leute vor Ort haben werden als in der Formel 1", so Fenz.

Hamilton-Sieg vor Bottas

In Spielberg spulte Lewis Hamilton das Rennen mit Bravour ab und sicherte sich den ersten Platz. Mit Valtteri Bottas an zweiter Stelle war der 54. Doppelsieg von Mercedes besiegelt. In Ungarn könnte Hamilton seinen achten Grand-Prix-Sieg auf einer Strecke holen, was bisher nur Michael Schumacher gelungen ist. Auch sonst ist er dem ehemaligen Champion dicht auf den Fersen: Ihm fehlen nur ein WM-Titel und sechs Siege, um zwei von Schumachers Rekorden einzustellen.

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Großes Drama gab es hingegen bei Ferrari: In der dritten Kurve der ersten Runde kollidierte Charles Leclerc mit seinem Teamkollegen Sebastian Vettel. Vettel musste bereits nach der ersten Runde das Rennen beenden, Leclerc folgte ihm wenig später. "Das war das schlimmste Ende für uns", so Mattia Binotto, Teamchef von Ferrari. Auch Leclerc äußerte sich zu der von ihm verschuldeten Kollision: "Es war komplett mein Fehler. Ich habe es vermasselt." Für Ferrari ist das ein Desaster, die Scuderia zieht somit nach einem Wochenende zum Vergessen ohne neu dazugewonnene Punkte weiter nach Ungarn.

Auch McLaren erregte mit Carlos Sainz junior Aufsehen: Im Finish gelang es ihm, Kimi Räikkönens Streckenrekord zu unterbieten. Mit einer Zeit von 1:05,619 Minuten fuhr er die schnellste jemals am Red-Bull-Ring gefahrene Formel-1-Rennrunde. (apa/jh)