Nach dem Neustart-Turnier im Diamond Country Club in Atzenbrugg geht es für die Golfprofis der European und Challenge Tour auch jetzt noch in Niederösterreich weiter. Im GC Adamstal in Ramsau bei Hainfeld schlugen die Golfer ihre Zelte auf und spielen seit Mittwoch wieder um einen Anteil des Preisgeldes. Beim Bergauf-Bergab-Kurs rechnen sich die Österreicher bessere Chancen aus. Der Schotte Marc Warren, Sieger von Atzenbrugg, fehlt beim Turnier im Adamstal. Jedoch ist der Niederländer Joost Luiten, Mehrfach-Gewinner der Europa-Tour, mit von der Partie.

Bei den Austrian Open vergangenes Wochenende haben nur zwei Österreicher den Cut geschafft: Lukas Nemecz und Markus Habeler. Nun wollen beim Neuram Bank Open auch Markus Wiegele, Markus Brier und Co. zum Zug kommen und in die Preisgeldränge vordringen.

Österreich-Trio in Dublin

Während sich die heimischen Golfer in Niederösterreich bemühen, in die Preisgeldränge zu kommen, gastieren Österreichs-Europa-Tour-Spieler Bernd Wiesberger und Matthias Schwab ab Donnerstag beim Memorial Turnier in Dublin (Ohio) auf der US-PGA-Tour.

Auch Sepp Straka ist mit von der Partie. Er absolviert dort bereits seine zweite Saison und ist der erste Österreicher mit fixer Spielberechtigung auf der US-PGA-Tour, über welche er seit der Saison 2018/19 verfügt. Der 27-Jährige liegt in der Tour-Saisonwertung momentan auf Platz 62, hat sich jedoch in der Weltrangliste heuer um 71 Plätze an die 136. Stelle verbessert. Der Kurs dieses Turnieres ist ihm bereits bekannt: Vergangene Woche hat der 27-Jährige ihn bereits mit rund 80 anderen Golfprofis gespielt. Kritik gab es, weil die Profigolfer in den USA bereits früher für die Weltrangliste punkten konnten. Der beste Österreicher, Wiesberger, liegt momentan auf Rang 29, gefolgt von Schwab auf dem 91. Platz. Das Österreicher-Trio spielt im Muirfield Village GC gegen die Weltelite um einen Anteil an dem 9,3 Millionen Dollar schweren Preisgeld.

Schauplatz Niederösterreich

Das Preisgeld ist in Niederösterreich weitaus niedriger: Wie auch in Atzenbrugg beläuft sich es sich auf einen Betrag von 500.000 Euro. Das Geld stammt von der European Tour, die sich über jede einzelne Startmöglichkeit für die Spieler während der Corona-Krise freut. Denn die sind diese Saison rar.

Wiegele, Nemecz und Timon Baltl - das sind jene Österreicher, welche die Spielberechtigung für die Challenge Tour haben. Die anderen arbeiten am Aufstieg auf der Alps oder Pro Tour. Alle neun Spieler hoffen auf einen Zuwachs am Konto durch einen Gewinn des Preisgeldes. "Bei so wenigen Turnieren ist jeder Euro wertvoll. Diese zwei Turniere bieten für uns Österreicher eine super Chance", so Lukas Nemecz.

Laut ÖGV-Sportdirektor Niki Zitny seien für eine Saison auf der Challenge Tour 70.000 Euro nötig. Viel Geld, das nicht alle österreichischen Profigolfer einfach so auf der hohen Kante liegen haben.

Die finanzielle Lage der Spieler

Beispielsweise muss der Burgenländer Markus Habeler momentan von seinen Ersparnissen leben: "Heuer läuft es mit Sponsoren nicht so gut, daher ist jeder Groschen Preisgeld wichtig."

Am Sonntag erhielt Habeler mit seinem 44. Platz erstmals ein Preisgeld in der Europa-Tour. Um aber im Herbst an acht Alps-Tour-Turnieren teilnehmen zu können, muss laut ihm diese Woche ein gutes Ergebnis her, denn er brauche Geld für diese Reisen. Auch Lukas Nemecz, dem es finanziell gesehen wohl etwas besser als Habeler geht, meinte Folgendes: "Auf lange Sicht muss man vom Preisgeld leben. Ich weiß, dass ich spielerisch gut drauf bin, aber auf der Challenge Tour ist es ein sehr hartes Brot, die Konkurrenz ist sehr groß." Nemecz verlor diese Saison den einen oder anderen Sponsor, jedoch hält sein Hauptsponsor noch immer zu ihm, worüber er sehr froh sei.

Eine Chance auf den Aufstieg gibt es heuer aufgrund der Absage der "Tour School", der Qualifikation, nicht. Generell sind nur wenige Golf-Turniere im Herbst geplant. "So werde ich versuchen, besser zu werden, an mir selbst zu arbeiten, am Spiel zu arbeiten, fitter zu werden und auf nächstes Jahr hoffen", meinte Nemecz dazu. Der Österreicher hatte 2016 schon die Europa-Tour-Karte erobert, spielt jedoch aktuell wieder eine Stufe tiefer. (apa/jh)