Die diesjährige Saison der MotoGP feiert mit 16 Wochen Verspätung ihren Auftakt in Jerez, Spanien. Während die Moto2 und Moto3 in Katar Anfang März kurz vor der Corona-Krise noch das erste Rennen austragen konnten, blieb den Teams der MotoGP schon die Einreise verwehrt.

Die verkürzte Saison beinhaltet eine Reihe von Double-Headern, vorerst sind 13 Rennen in Europa geplant. Die MotoGP startet in Spanien, gastiert im August für zwei Wochen in Österreich und endet voraussichtlich in Valencia, Spanien. Doch auch sonst tut sich viel in der Welt der MotoGP.

Die wohl meistdiskutierte Frage überhaupt ist jene, ob sich MotoGP-Legende Valentino Rossi nach dieser Saison zur Ruhe setzen wird. Momentan fährt er noch für das Yamaha Werksteam, jedoch wird ab 2021 Fabio Quartararo seine M1 übernehmen. Il Dottore, wie er auch genannt wird, meinte, dass es zu 99 Prozent sicher sei, dass er 2021 im Team von Petronas fahren werde. Details - vor allem jene, die das Team um ihn herum betreffen - müssen noch geklärt werden, seine Unterschrift hat er noch nicht gesetzt.

Bei Andrea Dovizioso hingegen ist noch nicht klar, ob er auch 2021 für Ducati an den Start geht und somit der Teamkollege des Australiers Jack Miller, der seit 2018 für Pramac fährt, wird. Momentan befinden sich Dovizioso und Ducati noch in den Vertragsverhandlungen. Für Aufsehen sorgte er bei den Tests in Jerez am Mittwoch. Am 28. Juni verletzte sich Dovizioso am Schlüsselbein bei einem Motocross-Unfall, die Operation erfolgte am selben Tag, keine zwei Tage später trainierte er schon wieder im Fitnessstudio. Nun hat er grünes Licht für das Rennen in Jerez bekommen und schon seine ersten Runden auf der Strecke gedreht.

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Auch Marc Marquez hat grünes Licht für diese Saison, im Winter wurde er noch an seiner rechten Schulter operiert. Ihm könnte es gelingen, Rossis Weltmeisterrekord mit einem siebten Weltmeistertitel in der MotoGP zu knacken. An seiner Seite fährt dieses Jahr sein Teamkollege und Bruder Alex Marquez, der nach Jorge Lorenzos Rücktritt dessen Platz einnahm. Für den 24-Jährigen ist das Rennen in Jerez jenes, bei welchem er sein Debüt in der Königsklasse gibt. Nächstes Saison zieht er jedoch ein paar Fahrerlager weiter zu LCR-Honda und macht Platz für den derzeitigen KTM-Piloten Pol Espargaro.

In aller Munde ist auch Fabio Quartararo: Bei einem Privattest fuhr der Franzose seine Yamaha R1 mit unerlaubten Modifikationen. Dies hat für ihn nun Konsequenzen - im ersten freien Training am Freitag muss "Il Diablo", bevor er auf die Strecke darf, seine 20-minütige Strafe absitzen. Beim Test am Mittwoch gehörte er zu den besten Fahrern: Er holte sich auf der Zeitliste der Tests den zweiten Platz, vor ihm Maverick Vinales, hinter ihm Marquez. Das Potential und den Speed, um auf das Stockerl zu fahren, hätte er, am Rennsonntag wird er zeigen, ob er auch unter Druck seine Leistung abrufen kann.