Kaum ist der MotoGP-Auftakt in Jerez, Spanien geglückt, naht das zweite Rennen dieser Saison, der Große Preis von Andalusien, am Sonntag (14.00 Uhr). Die Strecke ist den MotoGP-Piloten bereits vom vergangenen Wochenende bekannt, die Karten werden nun jedoch neu gemischt.

Beim Saisonauftakt siegte Fabio Quartararo, der auch den neuen Streckenrekord aufstellte. Damit kann er nun auch seinen ersten Sieg in der MotoGP vorweisen. Hinter ihm landeten Maverick Vinales und Andrea Dovizioso auf Platz zwei und drei. Und das, obwohl sich Dovizioso eigentlich noch inmitten seiner Comeback-Phase nach seiner Operation am Schlüsselbein befindet.

MotoGP-Lazarett

Das vergangene Wochenende war geprägt von verletzten Fahrern. Neben Alex Rins, Danilo Petrucci und Cal Crutchlow erwischte es auch Marc Marquez. Der Spanier stürzte fünf Runden vor Schluss nach einem Highsider, dabei erlitt er einen Bruch seines rechten Oberarmes. Am Dienstag wurde er erfolgreich operiert. Seit Mittwoch arbeitet der Spanier an seinem Comeback, welches er tatsächlich bereits dieses Wochenende geben wird.

Auch beim LCR-Honda-Team war kurz die Rede davon, dass es auf einen seiner Fahrer verzichten müssen. Cal Crutchlow zog sich bei seinem Sturz im Warm-up am Sonntag unter anderem einen Kahnbeinbruch zu. Er wurde ebenfalls am Dienstag operiert, hat mittlerweile aber auch von den Ärzten grünes Licht für das Rennwochenende bekommen.

Während zwei Fahrer von Honda in Barcelona operiert werden mussten, kamen Ducati-Pilot Petrucci und Suzuki-Pilot Rins noch glimpflich davon. Rins kämpft noch mit seiner ausgekugelten Schulter und dem angebrochenen Schlüsselbein, startet aber auch mit Marquez und Crutchlow am Wochenende. Auch Petrucci wird nach seinem Sturz beim Test am Mittwoch, bei welchem er sich keine ernsthaften Verletzungen zugezogen hat, wieder mit dabei sein. Die einen Fahrer sind auf dem Weg der Besserung, die anderen fiebern dem Wochenende in Spanien entgegen, sie sind bereit, sich noch ein paar Punkte Vorsprung gegenüber Marquez zu verschaffen, sie stehen in den Startlöchern.

Steht Marquez auch wieder in den Startlöchern? Donnerstagvormittag wurden die Munkeleien rund um ihn und sein Comeback in Jerez bestätigt. Sein Team twitterte, dass er sich auf dem Weg nach Jerez befinde. Bevor er jedoch wieder an den Start gehen kann, wurde er von den Rennärzten durchgecheckt und hat grünes Licht von ihnen bekommen. Dieses Wochenende möchte er also wieder in der Weltmeisterschaft mitzumischen - wenige Tage nach seiner Operation. Marc Marquez schließt sich damit einigen anderen MotoGP-Fahrern an, die nach einer Verletzung ein Blitz-Comeback gegeben haben. Beispielsweise ist der ehemalige MotoGP-Fahrer Jorge Lorenzo bereits zwei Tage nach dem Bruch seines Schlüsselbeines in Assen wieder um die Krone mitgefahren.

Nicht das erste Blitz-Comeback

Nicht nur Marquez und Lorenzo stiegen wenige Tage nach ihrer Verletzung wieder auf das Motorrad, auch Casey Stoner, Valentino Rossi oder Colin Edwards gehören zu jenen, die eine Verletzung nicht aufhält. Stoner verletzte sich beispielsweise in Indianapolis 2012 im Qualifying nach einem Highsider an seinem rechten Fußknöchel. Dabei rissen nicht nur diverse Bänder, sondern auch einige Knochen wurden zertrümmert. Honda setzte eine Starterlaubnis am Rennsonntag durch. Stoner fuhr auf den vierten Platz - mit Schmerzmitteln.

Der Kampf um den Thron

Nun werden die Karten erneut neu gemischt: Marc Marquez geht am Sonntag wieder an den Start, aber wie weit vorne er mitfahren kann, ist noch unklar. Das bedeutet, dass statt ihm jemand anderes vorne mitmischen könnte. Die üblichen Verdächtigen sind hierbei Quartararo, Vinales und Dovizioso - und das nicht nur, weil sie letztes Wochenende am Stockerl gestanden sind. Auch Valentino Rossi, Jack Miller, Franco Morbidelli oder Pol Espargaro sind nicht zu unterschätzen, wenn es darum geht, vorne mitzufahren. Generell wittern nun alle Teams im Fahrerlager ihre Chance - der "König" ist schließlich frisch operiert. Jetzt gilt es für sie Punkte zu sammeln, sich einen Vorsprung zu verschaffen, weil wenn Marquez einmal wieder zu 100 Prozent fit ist, kann sich das Blatt schnell wieder wenden. Denn wenn der Spanier eines ist, dann unberechenbar - überhaupt, wenn es um die Verteidigung seines Throns geht. Marc Marquez hat schon oft genug bewiesen, dass er "nicht von dieser Welt ist", wie Fans immer wieder zu sagen pflegen.