Diesen Samstag beginnt nach fünf Monaten Corona-bedingter-Spielpause Chinas Super League. Der eigentliche Starttermin war für den 22. Februar vorgesehen, musste jedoch aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Während sich die Fußballfans darüber freuen dürfen, gibt es von anderen Sportarten schlechte Nachrichten.

Nicht nur das Tennisturnier der Herren in Washington musste abgesagt werden: In China fallen alle für diesen Herbst geplanten Tennisturniere aus. Das schließt die China Open in Peking, das Masters-Turnier der Männer in Shanghai und das WTA-Finalturnier der Frauen in Shenzhen ein. Insgesamt beläuft sich die Anzahl der abgesagten Bewerbe auf elf - sieben WTA- und vier ATP-Turniere. Grund für die Streichung der Tennisturniere in China ist, dass die dortigen Behörden vor zwei Wochen bekanntgegeben haben, dass, mit Ausnahme der Tests für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking und anderer wichtiger Events, keine weiteren internationalen Sport-Veranstaltungen stattfinden würden. Zwar hat sich die Lage in China beruhigt, doch will die oberste Sportbehörde kein Risiko eingehen. Nun wird seitens beider Tennis-Profiorganisationen an einem neuen vorläufigen Kalender gearbeitet, die ATP will diesen innerhalb der kommenden zwei Wochen vorlegen.

Regeln über Regeln

Neben der Absage der Tennisturniere ist es auch sicher, dass dieses Wochenende wieder die chinesische Super League starten kann. Dabei herrschen jedoch sehr strenge Regeln, die unter anderem auch Marko Arnautovic befolgen muss. Der Österreicher steht seit Juli 2019 bei Shanghai SIPG unter Vertrag und trainiert seit Anfang dieser Woche wieder mit seiner Mannschaft. Davor musste sich der 31-jährige Stürmer jedoch in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Abgesehen von der Quarantäne gibt es noch eine Reihe weiterer Regeln, welche die Spieler zu befolgen haben. Beispielsweise gilt für die Fußballprofis eine strikte Ausgangssperre, was auch bedeutet, dass sie sich in der Zeit, in welcher die Spiele ausgetragen werden, nicht mit ihren Familien treffen dürfen. Auch das eigenständige Liefern von Essen in ihre Hotels ist untersagt. Insgesamt 1870 Spieler, Betreuer und Offizielle befinden sich in der "Blase" und unterzogen sich vorab einem Corona-Test, alle fielen negativ aus. Wöchentlich sollen während der Saison nun Corona-Testungen durchgeführt werden.

Insgesamt 113 Spiele über 14 Runden sollen in China ausgetragen werden - so sieht der vorläufige Plan aus. Stattfinden sollen diese vom 25. Juli bis ungefähr Ende September. Anders ist dieses Mal, dass nicht nur die Stadien leer bleiben, sondern auch, dass die Liga nur in zwei Städten ausgetragen wird - in Dalian und Suzhou. Jeweils acht Teams sind an beiden Orten in Hotels untergebracht. Nach den Vorrunden treffen die Finalisten in einer Meisterschafts- und Abstiegsrunde aufeinander. Der Stürmer Marko Arnautovic und seine Mannschaft spielen in Suzhou am Montag gegen Tianjin Teda. Bis Ende August wird Shanghai SIPG insgesamt acht Ligaspiele absolvieren.

Zuckerl für die Zuschauer

Wie bei der Formel 1 in Spielberg haben sich auch die Veranstalter der Super League etwas einfallen lassen, um die Spiele für die Zuschauer zu einem besonderen Erlebnis zu gestalten - trotz leerer Stadien. Für die Fernsehzuschauer soll ein Augmented-Reality-System zum Einsatz kommen. Dieses soll eine bessere Atmosphäre schaffen und beispielsweise die leeren Tribünen mit Fans füllen. In der Übertragung der Spiele sollen aufgezeichnete Fan-Gesänge für Stimmung sorgen, und Fans können vor den Spielen abstimmen, zu welchem Lied ihre Spieler einlaufen. Nicht nur für die Zuschauer gibt es Zuckerl - auch die Spieler werden vom chinesischen Fußballverband nicht vergessen. So sollen bei einem Tor thematische Vereinsvideos auf riesigen Bildschirmen gezeigt werden und die Stimmung verbessern. Auch ein virtuelles Heim- und Auswärtssystem haben sie sich ausgedacht. Dabei werden die zwei Vorrunden-Stadien abwechselnd im Stil des jeweiligen Klubs dekoriert. Damit wolle man die düstere Stimmung, die bis vor einigen Monaten herrschte, als viele Mannschaften um ihre Zukunft kämpfen mussten, verbessern.

Mehr als nur Fußball

Während alle Tennisturniere abgesagt wurden, die Fußballspiele stattfinden, passiert auch einiges in den anderen Sportarten in der Volksrepublik China. Chinas höchste Basketball-Profiliga, die CBA (Chinese Basketball Association), erlaubt ab Sonntag, dass Zuschauer die Spiele in Qingdao wieder live vor Ort mitverfolgen. Die BWF (Badminton World Federation) hat vom 15. bis 20. September die China Open in Changzhou und vom 3. bis 8. November ein Turnier in Fuzhou geplant. Außerdem könnte Shanghai dieses Jahr als Gastgeber für einige Sportevents fungieren - unter anderem auch für die Formel 1. Währenddessen sollen die Diamond League in der Leichtathletik, die Golfturniere der PGA und LPGA Tour und der Snooker-Bewerb Shanghai Masters abgesagt worden sein.

Obwohl die Formel 1 zu den größeren Veranstaltungen gehört, hängt auch sie, wie einige andere geplante Sportveranstaltungen, am seidenen Faden. Zwar wird die Formel 1 international mitverfolgt, was bedeutet, dass die Fernseh-Einnahmen in die Höhe gehen würden, jedoch könnte Corona dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machen. Denn keine Sportart ist gegen das Virus immun - die Unsicherheiten sind groß, denn ein Anstieg der Corona-Infektionszahlen ist nicht ausschließbar.