Dieses Wochenende startet wieder die National Hockey League (NHL) nach ihrer Corona-bedingten Pause mit den Play-offs durch - und das, obwohl es in zwei anderen großen Sportligen der USA momentan rund geht. In der National Football League (NFL) und der Major League Baseball (MLB) bilden sich Cluster, die Spieler infizieren sich, die Zahlen steigen.

Nun steht die NFL vor einer großen Herausforderung: Ihr laufen zahlreiche Spieler davon. Bereits mehr als 30 Profis haben sich aufgrund der Corona-Pandemie dagegen entschieden, in der kommenden Saison zu spielen. So gab beispielsweise auch Damien Williams vom Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs bekannt, dass er diese Saison nicht mitspielen wird. Damit ist er - nach Laurent Duvernay-Tardif - der zweite Profi dieses Teams, der sich so entschieden hat. Auch bei den New England Patriots entschieden sich Dont’a Hightower, Patrick Chung, Dan Vitale und Najee Toran gegen die Teilnahme an der NFL. Weitere betroffene Teams sind unter anderem die New York Giants, die Green Bay Packers oder auch die Minnesota Vikings, die Liste wird immer länger, noch ist kein Ende in Sicht. Grund für den Verzicht ist, dass sich vor Beginn des Trainingscamps in den vergangenen Tagen 107 Spieler mit dem Coronavirus infiziert haben. 21 Profis wurden, seit sie wieder bei ihren Klubs sind, positiv auf das Virus getestet. Nun kommt der Start der NFL im September ins Wanken, schließlich verabschieden sich einige der besten Spieler von der kommenden Saison.

Von dieser Saison haben die Spieler der MLB noch nicht viel gehabt - abgesehen von einigen Coronavirus-Infektionen. Ausgetragen wird die Liga zwar unter Ausschluss der Zuschauer in den Stadien der eigenen Teams, doch kommt es dennoch zu Infektionen mit dem Virus unter den Klubs. Dies führte dazu, dass einige Spiele abgesagt werden mussten.

Bereits drei Spiele nach dem Saisonstart ist es zum Corona-Ausbruch bei den Miami Marlins gekommen. Zuerst wurden vier Spieler positiv auf das Virus getestet, das erfuhr das Team vergangenen Samstag. Am Tag darauf spielten die Marlins gegen die Philadelphia Phillies, die infizierten Spieler wurden unter Quarantäne gestellt. Wenige Tage später kam die nächste Nachricht: Zwölf Spieler und zwei Trainer sind auf das Virus positiv getestet worden. Die Partie von Montag gegen die Baltimore Orioles wurde abgesagt. Da die Marlins jedoch am 22. Juli ein Testspiel gegen die Atlanta Braves ausgetragen haben, könnten diese nun auch betroffen sein. Insgesamt sind mittlerweile 15 Spieler bei den Miami Marlins mit dem Coronavirus infiziert.

Große Unsicherheiten

Dies führte dazu, dass die Unsicherheit auch bei den anderen Teams wuchs. Unter den Spielern, Managern sowie in den US-Medien mehrt sich nun auch die Kritik an der MLB. "Ich will ehrlich zu Ihnen sein, ich habe Angst. Ich habe wirklich Angst", meinte Dave Martinez, Manager von den Washington Nationals. "Man sieht, wie sich ein halbes Team infiziert und von Stadt zu Stadt reist. Ich habe Freunde in dem Miami-Team, das stinkt wirklich." Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci meinte auch, dass der Coronavirus-Ausbruch bei den Miami Marlins die Saison in der MLB "in Gefahr bringen" könnte.

Die Gefahr, dass sich Spieler in der NHL infizieren, besteht freilich auch. Am Samstag startet die Saison nach 142 Tagen Pause unter strengen Protokollen und Hygienemaßnahmen mit maximal 31 Spielern pro Team mit den Play-offs neu durch. 24 Klubs spielen in zwei Städten mit geringerer Ausbreitung des Virus: Edmonton und Toronto. Dort werden die Mannschaften abgeschottet, sogar ein eigener Lieferservice für Güter von außerhalb wurde eingerichtet, eine Eishockey-Blase wird somit gebildet. Ob das ausreicht, um die Clusterbildung zu unterbinden, wird sich ab Samstag zeigen. Bleibt nur zu hoffen, dass das System in der NHL, welches auch in der National Basketball Association (NBA) angewendet wird, ausgereifter ist. Schließlich sollen das Wohl und die Gesundheit der Spieler doch immer im Vordergrund stehen.