Diesen Sonntag wird das vierte Rennen in der diesjährigen Formel-1-Saison in Silverstone ausgetragen (15.10 Uhr). Den ehemaligen Flugplatz kennzeichnen seine schnellen Kurven, die vor allem Lewis Hamilton zusagen, schließlich hat er auf dieser Strecke schon einige Siege verbuchen können. Abseits der Strecke ging es auch schon Schlag auf Schlag: Hamilton gab bekannt, dass er einen Song mit Christina Aguilera unter dem Pseudonym XNDA veröffentlicht hatte, am Donnerstag teilte der internationale Automobilverband (FIA) mit, dass es in der Formel 1 den ersten Corona-Fall im Fahrerlager gibt.

Noch vor der Ankunft in England lobte der Rennleiter Michael Masi vom Internationalen Automobilverband das bisher gut funktionierende Schutzkonzept der Formel 1, hatte jedoch auch warnende Worte: "Wir dürfen uns keinen Moment der Nachlässigkeit leisten." Nun kam es zum ersten Corona-Fall in der Formel 1 - eine ziemliche Überraschung für alle im Fahrerlager. Sergio Perez wurde positiv auf das Coronavirus getestet, jedoch kam dieses Ergebnis erst beim zweiten Test heraus. Da das Ergebnis beim ersten Test nicht klar war, wurde er vorsichtshalber isoliert. Nun kann der 30-Jährige in Silverstone nicht an den Start gehen, er sei jedoch laut seinem Rennstall, Racing Point, körperlich gesund und bei guter Laune. Racing Point musste nun schnell Ersatz für den Mexikaner finden. Hierbei wurde vermutet, dass es Stoffel Vandoorne aus Belgien oder Esteban Gutierrez aus Mexiko werden könnten. Nun kommt es jedoch ganz anders: Nico Hülkenberg kehrt in die Formel 1 zurück und wird für Perez an den Start gehen.

Comeback der Saison

Renault hatte in der vergangenen Saison den Vertrag mit Hülkenberg nicht verlängert, mit Ende der Saison stand er somit ohne Rennstall da. Er ist jener Fahrer mit den meisten Grand-Prix-Starts ohne Podiumsplatzierung in der Formel 1. Nun ist der Deutsche jedoch zurück in der Königsklasse. Sein Corona-Test, der Voraussetzung war, fiel negativ aus. Vorerst wird Hülkenberg zumindest das Rennen in Silverstone und eventuell auch das nächste für Perez bestreiten, da dieser nun in Quarantäne bleiben muss.

Wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass Perez aufgrund seines positiven Tests nun in Quarantäne bleiben muss, ist noch unklar. Der Mexikaner kann es sich selbst nicht richtig erklären. Perez war nach dem Rennen in Ungarn nach Mexiko zu seiner Mutter, die einen Unfall hatte, in einem Privatjet geflogen, hatte dabei aber alle Vorschriften eingehalten. "Ich habe es bekommen, aber ich weiß nicht, woher es kommt", sagte Perez und ergänzte: "Das sind wirklich harte Momente, aber ich denke, dass ich davon stärker zurückkommen werde", so der Formel-1-Pilot. Er meinte auch, dass dies zeige, wie verwundbar alle für dieses Virus seien. Der WM-Sechste hatte sich dieses Wochenende erhofft, wieder vorne mitfahren zu können. Seinen Angaben nach habe er diese Saison ein sehr gutes Auto.

Strenge Vorschriften

Die Hygieneregeln sind bei allen Rennen streng: Der Mindestabstand muss eingehalten werden, es herrscht Maskenpflicht, und die Teams dürfen untereinander nicht in Kontakt kommen. Ohne negativen Corona-Test darf auch keiner auf die Strecke. Ungefähr 15.000 Corona-Tests wurden im Zuge der ersten drei Rennen durchgeführt. Davon waren nur zwei positiv, nämlich jene von zwei Helfern in Ungarn, die jedoch keinen Kontakt zu den Fahrern hatten. Noch konnte ein Coronavirus-Ausbruch im Fahrerlager verhindert werden, doch wie lange das so bleibt, könnte nur noch eine Frage der Zeit sein.

Negative Schlagzeilen konnte Ferrari nicht verhindern, denn diese Saison konnte das Team noch nicht richtig überzeugen. Ferrari-Chef John Elkann sieht der Wahrheit mittlerweile ins Auge: "Die Realität ist: Unser Auto ist nicht konkurrenzfähig. Das hat man schon gesehen, und das wird man weiterhin sehen." Nur ein einziges Mal stand das Team von Ferrari bisher auf dem Stockerl: Beim ersten Rennen, dem Großen Preis von Österreich, konnte sich Charles Leclerc den zweiten Platz sichern. Elkann warnt vor weiteren Enttäuschungen seitens der Scuderia und meint, dass bis 2022 keine Besserung in Sicht sei. Nächstes Jahr setzt sie auf ein junges Duo mit Charles Leclerc und Carlos Sainz junior. Bis dahin kämpft sie sich von Rennen zu Rennen.

Überflieger Hamilton

Während bei Ferrari der Schuh drückt, befindet sich Lewis Hamilton auf einem Hoch der Gefühle. Nur fünf Siege fehlen dem Weltmeister des vergangenen Jahres auf den Rekord der Formel-1-Legende Michael Schumacher. Dieser konnte sich 91 Siege in seiner Karriere sichern und sieben Weltmeistertitel holen. Hamilton würde auch nur noch ein Weltmeistertitel fehlen, um mit Schumacher gleichzuziehen.

In Silverstone konnte sich Hamilton in der Vergangenheit immer wieder bewähren, schließlich konnte er sich als einziger Fahrer in der Formel 1 sechs Siege auf dieser Strecke holen, weshalb der WM-Spitzenreiter auch am Sonntag zu den Favoriten zählt. Doch auch sein Teamkollege Valtteri Bottas oder Max Verstappen sind nicht zu unterschätzen, denn auch sie wollen die Krone. Doch auch Lando Norris, Carlos Sainz junior oder Lance Stroll könnten dem Briten gefährlich werden.