Das "X" im Namen ist irgendwie programmatisch. Das war wohl nix, könnte man salopp zum Versuch sagen, die XFL - als Komplementärserie zur National Football League - in diesem Frühjahr wiederzubeleben. Es war auch nicht der erste, sondern der x-te Versuch, eine solche zu installieren. Und wie alle anderen zuvor ist er gescheitert. Die Liga, die der US-Unternehmer Vince Mahon mit seiner Promoting-Firma Alpha Entertainment ins Leben gerufen hatte, um die Saison im Football über die Super Bowl hinaus zu verlängern, das Interesse hochzuhalten und damit Geld zu lukrieren, musste im März nach nur fünf Spieltagen gestoppt werden, im April schließlich meldete sie Insolvenz an.

Freilich: Mit so Unwägbarkeiten wie dem Coronavirus Sars-CoV-2, das über Monate den Sportbetrieb weltweit gestoppt und viele Sportarten in Existenznöte gebracht hatte, konnte auch wirklich keiner rechnen. Daher soll nun ein neuer Versuch gestartet werden - und niemand Geringerer als Schauspieler und Produzent Dwayne "The Rock" Johnson will dabei als Retter in der Not auftreten.

Laut dem US-Portal Sportico will der 48-Jährige gemeinsam mit seiner Ex-Frau Dany Garcia sowie der Investmentfirma Red Bird Capital rund 15 Millionen Dollar in die aus acht zentral vermarkteten Teams bestehende Liga stecken, um den Betrieb im kommenden Jahr zu gewährleisten.

Vorschusslorbeeren mit Herz

"Ich freue mich darauf, mit den Fans etwas Besonderes zu schaffen", schrieb Johnson auf Twitter - und erntete bei diesen Begeisterungsstürme und Twitter-Herzerl.

Tatsächlich stehen die Zeichen, so absurd es inmitten der nach wie vor auch in den USA stark grassierenden Pandemie klingen mag, nicht ungünstig, in die XFL einzusteigen. Die Fans lechzen nach der Pause wieder nach sportlichem Entertainment, das die XFL zudem größerschreibt als der "große Bruder", die NFL, die ihrerseits nach Jahren der Stagnation oder gar des Rückgangs in Sachen Zuschauergunst in der vergangenen Saison wieder Aufwind verspürte. Doch während dieser dennoch für die ab September geplante Saison die Spieler abhandenkommen, weil sie um ihre Gesundheit fürchten, wollen jene, die in der XFL engagiert sind, die Chance nützen, sich wieder ins Rampenlicht zu spielen und für die NFL zu empfehlen.

Und vieles, was Dwayne "The Rock" Johnson in seiner Karriere schon angefasst hat, wurde zu Gold, zudem ist ihm der Sport nicht fremd. Vor seiner Schauspielerkarriere hat er in der Mannschaft seines Colleges erfolgreich Football bei den Miami Hurricanes gespielt, auch als Wrestler galt er als Star. Aktuell ist er in den USA auch als TV-Produzent tätig und unter anderem für die Eventsport-Realityshow "The Titan Games" verantwortlich; sein Vermögen wird auf 290 Millionen Euro geschätzt. Da scheinen die 15 Millionen Dollar, die er nun in die Revitalisierung der XFL stecken will, kein großes Problem zu sein - doch genau darin könnte ein solches verborgen sein. Denn seine Vorgänger haben weit mehr in die Versuche, eine parallel oder als Konkurrenz zur NFL bestehenden Football-Liga zu installieren, gepumpt - und waren allesamt gescheitert.

Schon in den Achtzigern hatte sich der heutige US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit anderen Unternehmern die Zähne an der United States Football League ausgebissen; Anfang der Millenniumsjahre hatte sich Mahon als Glücksritter mit der "Origin XFL" probiert und dabei rund 163 Millionen Dollar versenkt. In diesem Frühjahr hatte er 500 Millionen Dollar an Anschubfinanzierung für den Neustart versprochen - ehe die Serie pleiteging. Zudem wurde Mahon und Co. von Puristen gerne vorgeworfen, er setze getreu seiner eigentlichen Passion als Wrestling-Promoter zu sehr auf Entertainment und Effekthascherei. Aber manchmal können Marketing-Effekte halt auch im Sport nicht schaden. Das zumindest ist Dwayne "The Rock" Johnson bekannt. So viel ist . . . ein anderes Wort mit "x": fix.